Gaildorf Liebe und Leidenschaft auf dem Kieselberg

Das Trio Bell’arte beendet die Ära des Kulturvereins Limpurger Land mit sehr viel musikalischer Leidenschaft.
Das Trio Bell’arte beendet die Ära des Kulturvereins Limpurger Land mit sehr viel musikalischer Leidenschaft. © Foto: Andreas Dehne
Gaildorf / Von Andreas Dehne 12.12.2018
Das Trio Bell’arte bietet herzzerreißende „Passione“. Die Café-Soiree-Reihe endet damit.

„Das letzte Stück des Abends ist eine Zusammenfassung von all dem, was heute Abend hier passiert ist.“ Omar Garrido (Bariton), geboren in Mexico-Stadt, haucht den Titel so italienisch ins Mikrofon, wie es italienischer kaum sein könnte: „Passione.“ Die Leidenschaft. Da schmilzt man schon bei der Ansage dahin wie das berühmte italienische Eis. Luciano Pavarotti hat den Titel häufig gesungen. Gerne auch im Ensemble „Die drei Tenöre“.

Auf dem Hofgut Kieselberg in Gaildorf geht Regina Lüders an der Violine das Stück aggressiv an. Frank Sodemann am Klavier folgt ihr einen Hauch später. Fast ergeben anmutend, aber nicht weniger intensiv. Und Omar Garrido gibt der Leidenschaft eine Stimme und eine Stimmung. Denn die italienischen Momente sind in der Gaildorfer Vorweihnachtszeit eher selten. „Manchmal kann ein Mann wirklich verrückt nach einer Frau sein. Es ist ein enormes Glück.“ Garrido singt ein altes italienisches Lied: „Malia“. Und die Zuschauer fallen mitten in die Liebe Italiens hinein, die sich wie ein zauberhafter Faden durch das Programm des Trios zieht.

„O sole mio“ oder das unvergessliche „Mamma“. Ein Lied, das sowohl Heintje als auch Pavarotti gesungen haben. Das grandiose „Brucia la terra“ aus dem Film „Der Pate“. Andrea Bocelli hat es meisterhaft interpretiert. Garrido und Bell’arte machen ebenfalls ein Kunstwerk daraus. „Vielleicht werden sie vom Text nicht alles verstehen. Aber die Musik sagt einfach alles.“ Das Trio Bell’arte lässt musikalisch die neapolitanische Sonne über dem winterlich grauen und verregneten Kieselberg aufgehen.

„Jalousie“ – die Eifersucht. „Kurioserweise ein nordischer Komponist“, erklärt Garrido. Ein Stück, das zunächst so gar nicht in den italienischen Abend passen mag. Das Trio Bell’arte spielt den Tango, als ob es ihn erfunden hätte. Und die Musiker versprechen noch mehr Romantik bei „Parlami d’Amore“.

Unter lang anhaltendem Beifall der Zuschauer geht eine Ära auf dem Kieselberg zu Ende: Das Café Soirée hatte seinen letzten Abend. Hausherrin Sabine Bölz verspricht einen Neuanfang nach der Renovierung, in zwei Jahren. Bleibt zu hoffen, dass „Passione“ nicht der letzte Titel gewesen ist, der auf dem Kieselberg aufgeführt worden ist. Denn die Liebe und die Leidenschaft müssen weiterleben.

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