Verzögert Landratsamt besteht auf Änderung des Bebauungsplans

Auf diesem Platz soll die Notfallgarage der Sulzbach-Laufener "Helfer vor Ort" gebaut werden. Doch ohne Änderung des Bebauungsplans läuft hier nichts.
Auf diesem Platz soll die Notfallgarage der Sulzbach-Laufener "Helfer vor Ort" gebaut werden. Doch ohne Änderung des Bebauungsplans läuft hier nichts. © Foto: pez
PETRA ZOTT 23.10.2015
Eigentlich ist es eine gute Sache: Mit einem zweiten Notfall-Fahrzeug in Laufen wollten die Sulzbach-Laufener Rotkreuz-Ersthelfer schneller werden. Ausgebremst werden sie nun vom Baurecht.

Es geht um den Bau einer Garage für das gebraucht gekaufte Notfall-Fahrzeug. Damit wollten die "Helfer vor Ort" des Sulzbach-Laufener Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ihre Einsatzzeiten optimieren und einen zweiten Einsatzstandort schaffen. Derzeit arbeiten die meisten Ersthelfer ohnehin in Laufen. Müssten sie erst nach Sulzbach fahren, um das dort stationierte Fahrzeug zu holen, ginge wertvolle Zeit verloren. Bereits mehrfach haben sich die Helfer bei Einsätzen bewährt. "Sie sind fast immer vor dem Notarzt da", stellt Bürgermeister Markus Bock fest.

Laut Bebauungsplan seien  nur Parkplätze zugelassen

Die Garage sollte auf dem Parkplatzgelände unterhalb des Ortszentrums gebaut werden, wo derzeit die Altglascontainer stehen. In ihrer Sitzung im Juli hatten die Gemeinderäte bereits grünes Licht gegeben. Die Gemeinde stellt auch das Gelände zur Verfügung. Jetzt jedoch bremst das Landratsamt Schwäbisch Hall das Bauvorhaben aus: Laut Bebauungsplan aus dem Jahr 1979 seien an dieser Stelle nur Parkplätze zugelassen. Außerdem führe die Ausfahrt aus der Garage durch eine öffentliche Grünfläche, wobei genannte "Grünfläche" ein knapp ein Meter schmales, verkrautetes Rasenstück ist. Eine Befreiung, wie von der Gemeinde vorgeschlagen, akzeptiert die Behörde nicht.

"Nicht nachzuvollziehen" - so das einhellige Urteil der Gemeinderäte. Gerhard Hägele brachte den Unmut auf den Punkt: "Das ist lachhaft und kostet nur Geld und Zeit." Dennoch kommt die Gemeinde nicht um eine Änderung des Bebauungsplanes herum. Die soll jetzt im vereinfachten Verfahren stattfinden, damit es schneller geht. Die Anwohner, so Bürgermeister Bock, wurden bereits informiert und sind einverstanden. Einstimmig fassten die Räte den Aufstellungsbeschluss und gaben den Plan zur öffentlichen Auslegung frei.