Sulzbach-Laufen / KLAUS MICHAEL OSSWALD  Uhr
Vor langer Zeit - wohl vor mehr als 100 Jahren - erloschen im Kohlwald die letzten Kohlenmeiler. Nun hat die Landjugend dieses uralte Handwerk zu neuem Leben erweckt und lässts wieder rauchen.

Im Vorfeld des Kohlwaldfests, des größten ländlichen Sommerfests in der Region, das am kommenden Wochenende das öffentliche Leben im Limpurger Land bestimmt, hat sich die Landjugend Kohlwald etwas Besonderes einfallen lassen: Sie stellt "Schwarzes Gold" her - Holzkohle nach alter Väter Sitte.

Wann die Köhlerei in diesem Teil des Limpurger Landes ihre Blüte hatte, ist nicht überliefert. Dass sie einstmals von großer wirtschaftlicher Bedeutung war, davon zeugt der Name der Kohlwald-Siedlungen. Und nicht zuletzt heißt die einstmals wichtige Handelsstraße, die sich vom Einkorn bei Hall über die Hochebene der Limpurger Berge gen Osten zieht, heute noch Kohlenstraße.

Nach intensiver Planungsphase und arbeitsreichen Vorbereitungen haben die Mitglieder der Landjugend Kohlwald nun einen Kohlenmeiler errichtet und am Abend des 1. August entzündet. Seither wird das Ganze sorgsam gehütet und streng überwacht - Tag und Nacht. Ob die Köhlerei am Ende als Erfolg gewertet werden darf, wird sich während des Kohlwaldfests zeigen. Dann nämlich soll der schwelende Holzhaufen geöffnet werden.

Alle Beteiligten hoffen nun, dass die seit langer Zeit erste Holzkohle aus Kohlwälder Produktion "etwas wird", die Wiederbelebung der alten Handwerker-Tradition gelingt.

Erinnerungen an die Köhler

Aus der Chronik "Flur- und Waldnamen wie Kohlgrube, Kohlhalde, Kohlreute und Kohlwiesle weisen auf einstige Köhlereien hin, sie sind alten Datums. Auch Beinamen für Personen sind nicht selten, die zur Kohlenbrennerei Verbindung hatten wie der Köhlermichel von Hohenberg (...) Eine Kohlhütte befand sich auf einem kleinen Gartenplatz beim Häuslein des Sulzbacher Webers Hans Georg Queißner, der nicht mehr zu lokalisieren ist. Conrad Winter war ein Sulzbacher Köhler (...) Die wegen ihrer Lage ostnordostwärts des Schlosses Schmiedelfeld genannte Ansiedlung Kohlwald wurde auch als Herrenkohlwald bezeichnet, im Gegensatz zum einst Rappenkohlwald genannten Wegstetten. Dieses verdankt seinen Namen nicht schwarzen Pferden (Rappen), sondern bezog sich auf die "alles schwärzende Köhlerei". Quelle: "Sulzbach-Laufen einst und jetzt", von Alfred Klumpp, herausgegeben von der Gemeindeverwaltung, 1997.

SWP