Gaildorf Landfrauen wollen jünger werden

Christine Euchner (links) erklärt den Landfrauen Unterrot Offensiven und Strategien des Landesverbands zur Mitgliederwerbung.
Christine Euchner (links) erklärt den Landfrauen Unterrot Offensiven und Strategien des Landesverbands zur Mitgliederwerbung. © Foto: Brigitte Hofmann
Gaildorf / Brigitte Hofmann 11.09.2018
Christine Euchner beendet die Sommerpause der Unterroter Landfrauen mit dem Vortrag „Landfrauen = ganz anders als Sie denken“.

„Wir sind hipp!“, lautete die wichtigste Botschaft von Christine Euchner, Referentin für Gesundheit und Bewegung des Landfrauenverbands Württemberg-Baden. Die Unterroterinnen hatten in die Gaststätte Chausseehaus eingeladen, um sich über die Strategien des Verbands zur Mitgliederwerbung zu informieren. Denn während die neu erwachte Lust aufs Land einschlägigen Zeitschriften hohe Auflagen und Fernsehsendungen gute Einschaltquoten beschert, profitiert die Landfrauen-Bewegung wenig bis gar nicht von diesem Boom.

Es könnte am Namen liegen, mutmaßen die einen, man präsentiere sich nicht gut genug, die anderen. 1947 gegründet, sind im Landfrauenverband Württemberg-Baden rund 53.000 Frauen in 24 Kreisverbänden und 638 Ortsvereinen organisiert. Bedingt durch den Vorstoß in Sport- und Bewegungsbereiche, sind etwa ab dem Jahr 1980 die Mitgliederzahlen stark gestiegen. Fakt ist aber auch, das Durchschnittsalter in den Vereinen ist relativ hoch. Mit der Zukunftsoffensive 2020 will der Verband nun gegensteuern.

„Mit ihrem breit aufgestellten ehrenamtlichen Engagement und der Weiterbildungsarbeit in den Orts-, Kreis- und Bezirksverbänden tragen die Mitglieder maßgeblich zum politischen, sozialen und kulturellen Leben im ländlichen Raum bei“, lobte Ministerpräsident Winfried Kretschmann in einem Grußwort zum 70. Geburtstag des Landesverbands im vergangenen Jahr. Gerade die Initiative „Buntes Miteinander – unsere Zukunft“ leiste einen herausragenden Beitrag zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Als einer der größten Weiterbildungsträger im ländlichen Raum und mit den diversen Netzwerken befänden sich die Landfrauen am Puls der Zeit, versicherte Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, in derselben Festschrift. Genau das ist der Anspruch der Landfrauen, sich Gehör verschaffen, einmischen und auf allen gesellschaftspolitischen Feldern mitreden.

Die Zeiten sind längst vorbei, als Bäuerinnen sich trafen, um Kochrezepte auszutauschen. Heute präsentiert sich die Landfrauen-Bewegung als Einrichtung mit diversen Handlungsfeldern und zeitgemäßem Anstrich. Und sie ist offen für alle Frauen, die auf dem Land leben. Gerade mit Sport-Kursen sei es am ehesten zu schaffen, neue Mitglieder zu gewinnen, folgerte die Referentin aus den Zahlen. Allerdings sind da die Unterroterinnen schon gut aufgestellt.

Gut aufgestellt

Montags bieten sie funktionelle Gymnastik in der Turnhalle, dienstags präventive Gymnastik für Herz und Kreislauf im Freien mit Brigitte Härterich und donnerstags Eltern-Kind-Turnen mit Renata Kunz an. Der Verein mit Margarete Koch-Langer und Brigitte Götz an der Spitze ist sich sicher, alles, was möglich ist, zu tun, um sich zu verjüngen. Dennoch mit mäßigem Erfolg. „Aktiv werden, alle Kanäle nutzen, gezielt zugezogene Frauen ansprechen, Töchter und Enkeltöchter mitbringen“, riet Christine Euchner.

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