Besuch Ländlicher Raum, starke Wirtschaft

Jochen Höneß 02.05.2017
Zu seinem ersten Dienstgespräch kam Regierungspräsident Wolfgang Reimer in den Rems-Murr-Kreis.

Bei einer Fahrt mit dem „Wiesel“ von Welzheim nach Rudersberg-Oberndorf machte sich die Delegation an der Baustelle an der L 1080 persönlich ein Bild von dem Baufortschritt. Seit den Starkregenfällen im vergangenen Jahr musste die Straße nach einem Hangrutsch gesperrt werden. Die Sanierung liege aktuell im Zeitplan: Am 1. Juli soll die Strecke wieder freigegeben werden. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf 1,7 Millionen Euro.

In Welzheim und Rudersberg hat der Regierungspräsident den Bürgermeistern Förderbescheide überreicht. Die Kommunen erhalten aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum jeweils sechsstellige Förderbeträge: Bürgermeister Thomas Bernlöhr (Welzheim) nahm zwei Bescheide über 296.000 Euro für die Sanierung der früheren, denkmalgeschützten Schule in Aichstrut entgegen. Bürgermeister Martin Kaufmann (Rudersberg) erhielt einen Bescheid für die Gestaltung der Ortsmitte von Zumhof in Höhe von 128.400 Euro.

Beim Besuch der Grafenbergschule in Schorndorf verschaffte sich der Regierungspräsident einen Eindruck über das Projekt AV dual, das im Rems-Murr-Kreis als Modellregion entstanden ist. „Die beruflichen Schulen sind für unser Land besonders wichtig“, betonte Reimer. Er warf auch einen Blick in ein Klassenzimmer, in dem junge Flüchtlinge Deutsch-
unterricht erhalten. Die Schüler, die seit Februar 2016 unterrichtet werden, berichteten auf Deutsch, welchen Ausbildungsberuf sie erlernen wollen.

Nord-Ost-Ring in weiter Ferne

Beim Dienstgespräch im Rathaus Remshalden hatten auch die Vertreter der Kreistagsfraktionen Gelegenheit, sich mit Reimer auszutauschen. Dabei ging es vor allem um aktuelle verkehrs- und energiepolitische Themen.

Der Rems-Murr-Kreis spiegelt für Reimer den gesamten Regierungsbezirk wieder, da er von wirtschaftsstarken Kommunen, aber auch vom ländlichen Raum geprägt ist. Das beherrschende Thema war die Diskussion zum Nord-Ost-Ring. Um eine sinnvolle Entlastungswirkung zu erzielen, müsse der Nord-Ost-Ring gemeinsam mit der Filderauffahrt realisiert werden, heißt es in der Pressemitteilung der Kresiverwaltung. Es sei nicht realistisch, dass diese Projekte vor 2030 umgesetzt werden, so Reimer. Beim Thema Feinstaub setze er auch auf die Autoindustrie. Ob sich Fahrverbote vermeiden lassen, könne er noch nicht absehen.