Wir alle stricken unser Leben selbst, jeden Tag ein Stück weiter.“ So beginnt das Zitat eines unbekannten Autors, mit welchem Marliese Grau 28 Frauen in zwei sorglose Stunden schickt. Der Frühstücksstammtisch „50plus“ der Eutendorfer Landfrauen, den sie vor zwölf Jahren ins Leben rief, erfreut sich großer Beliebtheit.

Und diesmal ganz besonders, weil die Buchautorin und Journalistin Karin de la Roi-Frey aus Kernen im Remstal zu Gast ist und viel über Kanzlerkinder zu erzählen weiß. Aufgetischt sind Lachs, Käse, Müsli und andere Köstlichkeiten. Hilde Joos und Birgit Kilian gehören zum Vorbereitungsteam und sind darauf bedacht, dass niemand zu kurz kommt.

Annerose Feldwieser aus Gaildorf und Marliese Stock aus Schwäbisch Hall, die mit am Tisch sitzen, freuen sich über das Wiedersehen, und Inge Kugler darüber, nette Leute kennenzulernen. An diesem Vormittag gelingt allen ihr „Strickwerk Leben“ ganz besonders gut.

Die Geschichten über die verflossenen Kanzler, ihre Frauen und bekannten und weniger bekannten Söhne und Töchter bereiten den Frauen viel Freude. Karin de la Roi-Frey, die auf der Nordseeinsel Föhr aufgewachsen und aus Liebe zu ihrem Mann, der aus Aichstrut bei Welzheim stammt, im Schwabenland gelandet ist, hat unendlich viel über sie recherchiert. Außerdem hat sie Bilder und Bücher der Kanzlerkinder im Gepäck, die viel über deren Leben preisgeben.

Bezogen auf das Buch von Walter Kohl „Leben oder gelebt werden“ meint sie, dass ein normales Leben sicherlich nicht zu erwarten sei. Wenn es aber innerhalb der Familie dennoch gut laufe, dann sei das in erster Linie ein Verdienst der Mütter. Susanne Schmidt, die Tochter von Helmut und Loki, soll einmal gesagt haben: „Über Befindlichkeiten wird bei uns nicht geredet, bei uns wird gemacht.“

Ziemlich unbekannt ist Ninja Frahm, die Tochter von Willi Brandt aus erster Ehe. Umso bekannter Sohn Matthias, der in diversen Produktionen über den Bildschirm flimmert. Über Kurt Georg Kiesinger erfahren die Frauen, dass er sein Enkelkind Caecilia Domenica „Fröschle“ nannte und Sohn Peter möglicherweise in eine ungute Sache verstrickt war.

„Er war wirklich wunderbar“, urteilte Tochter Elisabeth über ihren Vater Ludwig Erhard. Konrad Adenauer hat es gar auf acht Kinder gebracht, die wohl sehr spartanisch aufwuchsen. Es war hauptsächlich Tochter Elisabeth, genannt Libet, die die Kanzlerfamilie bis zum Tod des Vaters repräsentierte. – Der Vormittag vergeht wie im Flug. Die Frühstücksfrauen „50plus“ freuen sich schon auf das nächste gemütliche Beisammensein am Dienstag, 9. April, im Gemeindehaus in Eutendorf.

Info Karin de la Roi-Frey, Autorin mehrerer Bücher, stammt von der Insel Föhr. Seit vielen Jahren lebt sie zwar in Süddeutschland, besucht aber bis heute oft und gerne die Orte ihrer Kindheit. Sie schreibt Romane, Krimis und Sachbücher, und immer wieder spielt dabei auch ihre norddeutsche Inselheimat eine Rolle.