Auch nach 27 Jahren bezeichnet Klaus Wohlfahrt die Gründung des Unternehmens im Jahr 1992 salopp als „Schnapsidee“ mit hohem Risikofaktor. Die Entwicklung und Fertigung von Gewindefahrwerken für Sportfahrzeuge war ein unternehmerisches Abenteuer. Was auf wenigen Quadratmetern in Murrhardt begann, wurde aus Platzgründen ab 1998 auf 1500 Quadratmetern in Fichtenberg fortgeführt. Zwischen 2016 und 2019 konnten sowohl die Fertigungskapazität als auch die Fertigungstiefe weiter ausgebaut werden.

Dazu gehört einerseits das Zubehörprogramm verschiedener Automobilhersteller im Premiumsegment. Andererseits entwickelten sich das Geschäftsfeld der Erstausrüstung von Sondermodellen und Supersportwagen sowie das des Werkskundenmotorsports schnell. Als jüngsten Coup übernahm die Firma im Mai 2019 die Marke „ap Sportfahrwerke“ mit einer preisgünstigen Basis-Produktlinie. Damit wurde eine Mehrmarkenstrategie fortgesetzt. Zwei weitere Standbeine sind STZ-Suspension mit drei Produktlinien und die KW-Marke für den hochpreisigen Anspruch.

Autotuning und Fahrzeugveredelung KW automotive GmbH

Fichtenberg

kw Automotive hat sein Filialnetz ausgebaut

Inzwischen geht es von Fichtenberg in alle Welt. Niederlassungen mit 87 Beschäftigen an sechs Standorten wie China, Schweiz, USA oder Japan sorgen dafür, dass KW weit vertreten ist. Das Unternehmen ist gegenwärtig dabei, bis Ende 2020 umfangreiche Bau- und Erweiterungsmaßnahmen auf dem Firmengelände in Fichtenberg zu verwirklichen. Bei einem Investitionsvolumen von 35 Millionen Euro wollen Klaus und Jürgen Wohlfahrt die Qualität und Funktionalität sichern und dabei auch Arbeitsabläufe optimieren. Kurze Wege und straffe Organisation sind das Ziel. „Wir wollen eine zeitnahe Belieferung bei Aufträgen erreichen“, formuliert Klaus Wohlfahrt das Vorhaben.

Allein 4,5 Millionen Euro wurden für die Anschaffung von CNC- und Lasertechnik investiert, hinzu kamen 10 Millionen für die Automatisierung der Montagelinien und der Lagertechnik. Künftig soll es mit einem zentral angelegten Lager einen „klar gegliederten Fluss der Abläufe“ geben. Die automatische Lagerhaltung wurde als Unikat in Eigenregie entwickelt und besticht durch viele optimierte Lösungen. Die Firmenfarben Violett und Gelb bestimmen in allen Bereichen die Gesamtkomposition der Baumaßnahmen. Bei einer Fertigungstiefe von fast 95 Prozent und äußerst differenzierten Kleinserien von Fahrwerken ist eine effektive Lagerhaltung die Basis für unternehmerische Wirtschaftlichkeit. Das Gebäudeensemble hat eine Gesamtfläche von 45.000 Quadratmetern. Allein die neue Betriebsfläche umfasst 21.200 Quadratmeter. Die deutliche Erweiterung stellt damit auch ein langfristiges Bekenntnis für den Standort dar.

Internetgeschwindigkeit in Schwäbisch Hall Ortsteile im Osten bekommen schnelles Internet

Schwäbisch Hall

Viele Fachkräfte sehen im Fichtenberger Unternehmen eine sichere Zukunft

300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 28 Auszubildende sind am Hauptsitz beschäftigt. In verschiedenen Positionen gibt es zudem mehr als zehn offene Stellen. Klaus Wohlfahrt sieht den Mangel an geeignetem Wohnraum in der Region mit Blick auf die Personalgewinnung deshalb durchaus kritisch. Der Firmenchef beobachtet gegenwärtig, dass sich die Bewerberlage durch die Stagnation bei anderen Automobilzulieferern entspannt. Etliche Fachkräfte sehen bei KW eine sichere Zukunft. Auf dem erweiterten Firmengelände im Gewerbegebiet Hirschäcker entstehen aktuell rund 100 neue Parkplätze sowie ein kleiner Park mit Löschwasserweiher und Sitzmöglichkeiten für die Mittagspause. Die Parkplatzsituation dürfte sich damit entspannen. Die etwas beengte Zufahrt zum Firmengelände stellt für die Gemeinde noch eine wichtige Optimierungsaufgabe dar.

Das könnte dich auch interessieren: