Die Salzstadt am Kocher war nach der Jahrtausendwende eine Zeitlang Zentrum eines Ablegers des amerikanischen Ku-Klux-Klans. In einem Haller Teilort wohnt aber auch heute wieder ein Mann, der sich "Diddi White" nennt und erneut einen Ableger des Ku-Klux-Klans leiten will.

Dies alles ist längst bekannt. Der FDP-Landtagsabgeordneter Dr. Friedrich Bullinger wollte von der Landesregierung aber nun wissen: "Welche konkrete Gegenmaßnahmen sie im Hinblick auf die gewonnenen Erkenntnisse bis dato vor Ort eingeleitet hat - unter Angabe, mit wechseln Schritten sie zukünftig auf mögliche Aktionen der Sektion zu reagieren gedenkt?"

Minister Gall bedauerte in der Antwort, die er in der 69. Plenarsitzung gab, die Verwicklungen von Beamten in den ersten Klan in Hall: "Wir haben es diskutiert: Es waren leider auch zwei Polizeibeamte aus Baden-Württemberg darunter."

Klansmann in Hall "kein Unbekannter"

Zu der Frage nach möglichen aktuellen Aktivitäten, antwortete Gall: Das Landesamt für Verfassungsschutz und das Landeskriminalamt würden Hinweisen auf Neugründungen von Klan-Ablegern nachgehen. So sei auch der Klansmann in Hall im Blick und "den Ermittlungsbehörden kein Unbekannter". Die Angaben des Klansmannes, der in einem Haller Teilort wohnt, seien aber zweifelhaft. Dass die Gruppe aus bis zu zehn Personen stehe, konnten die Ermittler nicht feststellen. Die Behörden würden aber "intensiv an der weiteren Erhellung dieses Sachverhalts" arbeiten. Der Haller Klansmann "Didi White" sei im April befragt worden.

Unter der damaligen CDU-FDP-Landesregierung hielt man es vor zehn Jahren nicht für nötig, darüber zu informieren, dass es Beamte gab, die im Ku-Kux-Klan Mitglied waren. Erst Presseberichte machten dies Jahre später öffentlich.

"Es wäre schön gewesen, wir wären schon damals von den Behörden informiert worden", sagte Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim auf Medienanfrage. Minister Gall (SPD) zeigt bei der Antwort im Plenum aber Verständnis für die Informationspolitik seiner Vorgängerregierung: Bei Ermittlungen sei es "nicht immer dienlich" früh an die Presse zu gehen.

Bullinger lobt in einer Pressemitteilung daraufhin die Arbeit der Polizei vor Ort: "Ich stelle fest, die betreffenden Dienststellen haben zu jeder Zeit gute und dienstlich korrekte Arbeit geleistet."