Gaildorf / Richard Färber Die Bundesstraße 19 bei Münster wird voraussichtlich ab nächstes Jahr für eineinhalb Jahre komplett gesperrt. Die Entwurfsplanung für den Ersatzneubau liegen aktuell beim Bund.

Wenigstens kommt man sich nicht mehr ins Gehege. Wenn im Frühjahr der „Pipecrawler“ des Gaildorfer Naturstromspeichers bei Münster die Bundesstraße 19 kreuzt, liegt der Neubau der Kocherbrücke bei dem Gaildorfer Teilort noch in der Zukunft. In beiden Fällen muss die Bundesstraße komplett gesperrt werden: für den Bau der Fallleitung vom Pumpspeicherhaus in der Kocheraue hinauf zu den Windrädern auf den Limpurger Bergen wohl nur für ein paar Tage, für den Brückenneubau für voraussichtlich eineinhalb Jahre. Und terminliche Überschneidungen darf es nicht geben: Münster wäre dann vom Rest der Welt abgeschnitten.

Zurück zum alten Zeitplan

Das wird allerdings auch nicht geschehen. Man beabsichtige, die Gewerke im Herbst 2019 auszuschreiben, sodass im Frühjahr 2020 mit den Bauarbeiten begonnen werden kann, teilt das Regierungspräsidium in Stuttgart auf Anfrage unserer Zeitung mit. Nach der Anhörung der Träger öffentlicher Belange im Frühjahr 2018 sei nun der Bund am Zug. Der Entwurf für das Bauwerk, das – Stand Januar 2016 – um die 2,7 Millionen Euro kosten wird, liege zur Genehmigung in Berlin.

Damit ist man nun wieder bei dem Zeitplan angelangt, der bereits beim Besuch von Landesverkehrsminister Winfried Hermann und Regierungspräsident Wolfgang Reimer im Sommer 2017 genannt wurde. Zwischenzeitlich gab’s eine Aktualisierung, die jetzt aber nicht mehr gilt: im April 2018 war gemeldet worden, dass ein Baubeginn nach den Sommerferien 2019 anvisiert werde.

Die Sanierung der hölzernen „Problembrücke“ zwischen Unterrot und Münster gehört zu den „geplanten Bewilligungen“ 2018.

Auch eine Brückenerneuerung bei Faurndau im Landkreis Göppingen wird sich nicht auf die Gaildorfer Brücken-Bauarbeiten auswirken. Beide Brücken sollen ersetzt werden, weil die Stahlbauweise, in der sie einst errichtet wurden, als risikobehaftet gilt. Und weil sowohl die B 19 im Kochertal als auch die B 297 bei Faurndau wichtige Schwerlaststrecken sind, gab es Bedenken, beide Strecken könnten gleichzeitig blockiert werden.

Nun gibt das Regierungspräsidium Entwarnung: man habe für Faurndau „temporäre Umfahrungsstrecken ermittelt“, teilt die Pressestelle mit; beide Maßnahmen könnten also unabhängig voneinander umgesetzt werden.

Versetzter Neubau nicht möglich

In Gaildorf wird der normale Verkehr während der Bauzeit über die Kreisstraße 2663 durch Unterrot zur B 298 und dann weiter zur L 1066 beziehungsweise zurück zur B 19 geleitet. Dass dieser Umweg eineinhalb Jahre gelten muss, erklärt sich durch die Umstände. Die 1954 erbaute Brücke muss zunächst komplett abgerissen und dann neu aufgebaut werden. Deshalb greift auch das von Gaildorfs Bürgermeister Frank Zimmermann ins Gespräch gebrachte schnellere Verfahren nicht. Es käme erst beim Einbau des Straßenbelags zur Anwendung; insgesamt gesehen wäre der Zeitgewinn nur marginal.

Auch der im Gaildorfer Gemeinderat geäußerte Vorschlag, die neue Brücke neben die alte zu bauen, die dann bis zuletzt offen bleiben könnte, wird nicht berücksichtigt. Eine versetzte Bauausführung sei wegen des Höhenverlaufs der Straße nicht möglich, erklärt das Regierungspräsidium. Die neue Brücke müsse ja auch an die bestehende Bundesstraße angeschlossen werden.

Keine Einschränkungen haben Radfahrer und Fußgänger zu befürchten. Während der Bauzeit soll eine provisorische Radwegbrücke über den Kocher gebaut werden; der Kocher-Jagst-Radweg wird also nicht unterbrochen. Und auf der neuen Brücke wird’s dann erst recht komfortabel: der Brückenquerschnitt werde so ausgelegt, dass ein Zweitrichtungsradweg über den Kocher geführt werden kann, erklärt das Regierungspräsidium.

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