Gaildorf / Hans Buchhofer Staatssekretär Miklós Soltész, früherer Bürgermeister der ungarischen Partnergemeinde Budajenö, genießt ein Wiedersehen im Kochertal.

Hoher Besuch in Gaildorf: Miklós Soltész, ungarischer Staatssekretär, hatte beruflich in Stuttgart zu tun und nutzte dabei die Gelegenheit, um Freunde im Limpurger Land zu besuchen. Im Kulturinstitut Ungarns hatte er die Ehre, eine Ausstellung des Künstlers Péter Prokop zu eröffnen. Der hatte 1956 seine Heimat verlassen und lebte bis zu seinem Tod im Jahr 2003 in Rom. Als Pfarrer und Maler sakraler Kunst war er in der Szene weit bekannt, weshalb ihm anlässlich seines 100. Geburtstags eine Werkschau gewidmet wurde. Mehr als 1000 Bilder zählt sein Nachlass.

Zum Kaffee bei Familie Lack

Staatssekretär Miklós Soltész, der im ungarischen Parlament eine ähnliche Position wie in Deutschland ein Minister bekleidet, ist derzeit in Ungarn für nationale Minderheiten zuständig; zuvor war er in der Familien- und Sozialpolitik verantwortlich. Als Bürgermeister von Budajenö weilte er in den 1990er-Jahren zweimal in Gaildorf und suchte vor allem den Kontakt zur Gaildorfer Parkschule. In seinem Amt bleibt ihm allerdings nur noch wenig Zeit für Besuche im Kochertal, da er vor allem in den Karpaten und in vielen anderen Ländern und Regionen Europas unterwegs ist.

Der vierte Schüleraustausch zwischen Gaildorf und Budajenö steht unter dem Motto Freundschaft.

Nun ließ er es sich nicht nehmen, bei seinen Gaildorfer Freunden einen Abstecher zu machen. Leni und Michael Lack hatten zu Kaffee und Kuchen eingeladen und Günther Kubin als Beauftragter der Partnerschaft führte ihn und seine kleine Delegation durch das Alte Schloss und die sanierten Räume das ehemaligen Pferdestalles. Auch an den Windkraftanlagen auf den Limpurger Bergen hatten die Gäste großes Interesse.

Zum Abschluss versammelten sich die Freunde im „Kocher­­­­­­­­­­­­­­­­­bähnle“. Dort mahnte der Chauffeur bald zum Aufbruch, um die Delegation nach Stuttgart zu fahren, denn um sechs Uhr früh ging es per Flugzeug wieder zurück nach Budapest. Zur Delegation gehörten der Hauptabteilungsleiter für ungarische Minderheiten, Richárd Tircsi, und vom Generalkonsulat Viktória Szedlák, die in Bonn ihre Abitur ablegte, da ihr Vater dort im Konsulat arbeitete.

Der Arbeitsbereich von Sóltesz Abteilung umfasst drei Schwerpunkte: die Verwaltung der Minderheiten, Kindergärten und Schulen sowie den kulturellen Bereich der Minderheiten.

Drei Tage lang hat eine Delegation aus Budajenö mit Gaildorfern ihre Partnerschaft gefeiert.

Viele Ungarn im Ländle

Noch im Jahr 2010 gab es für die Minderheiten im Land nur fünf Schulen und Kindergärten, heute sind es 55 Schulen und mehr als 2000 Kindergärten. Auch 100 neue Kirchen wurden in diesen Ländern gebaut.

Wie Viktória Szedlák berichtete, betreut das Generalkonsulat in Stuttgart etwa 3000 ungarische Staatsbürger, in Baden-Württemberg leben mehr als 50.000. Das Konsulat kümmere sich um politische, wirtschaftliche und konsularische Aufgaben. Die stellvertretende Leiterin des Generalkonsulats spricht im übrigen perfekt deutsch und beherrscht dazu noch weitere Sprachen.

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