Pilotprojekt Kleine Antwort auf große Fragen

Naturstrom-Geschäftsführer Alexander Schechner mit Bauleiter Johannes Kaltner.
Naturstrom-Geschäftsführer Alexander Schechner mit Bauleiter Johannes Kaltner. © Foto: Richard Färber
Gaildorf / Richard Färber 21.10.2016
Alexander Schechner, Ingenieur und Geschäftsführer der Naturspeicher Gaildorf GmbH, denkt nicht nur in energietechnischen Innovationen, sondern auch an die Vermarktung.

„So ein See ist immer gut“, sagt Alexander Schechner, „das wollen die Leute haben.“ Der Ingenieur und Geschäftsführer der Naturspeicher Gaildorf GmbH denkt nicht nur an energietechnische Innovationen, sondern auch an die Vermarktung. Die Anlage, die ab Ende 2018 in Gaildorf laufen soll, ist bereits für die Serienfertigung konstruiert,  und wenn Schechner sie heute beschreibt und erklärt, dann  spricht er immer auch über die Möglichkeit, das Konzept andernorts umzusetzen, sprich: sie zu verkaufen. Die Aussage, man werde künftig nur noch ein Jahr benötigen, um vergleichbare Anlagen zu errichten, darf dabei nicht fehlen.

Dass der Naturspeicher auf kleinem Raum das wahrscheinlich größte Problem der Energiewende lösen kann, ist Schechners zentrales Argument. Denn in den Windrädern, die gleichzeitig Strom erzeugen und Wasser für ein flexibles Pumpspeicherkraftwerk speichern, kommt zusammen, was bisher getrennt war. Statt, wie in der Pumpspeicherbranche üblich, groß zu denken und „stundenlang“ zu pumpen, wurde für den Naturspeicher einfach der „obere See“ gestrichen, den man normalerweise benötigt, um ein Pumpspeicherkraftwerk zu betreiben. Er schwappt jetzt in den Füßen der Windräder.

Seen gehören nach unten, sagt Schechner. Unten seien Seen keine unnatürlichen Fremdbauwerke, sondern Teil der Landschaft, gut ins Gesamtbild zu integrieren und auch gut für die Gestaltung von Naherholungslandschaften. Baden ist zwar nicht erlaubt und aquatisches Leben darf’s wegen der Aus- und Einflussbewegungen auch nicht geben, dafür kann man dort spazieren gehen oder im Gras liegen und die im Wasser dümpelnden Wärmespeichermodule betrachten.  Schechner hat daher auch keine Zweifel an der Attraktivität des Naturspeichers: Ein schön gestaltetes Unterbecken ist ein Verkaufsargument. Dazu ein kompaktes kleines Turbinenhaus, schonend verlegte Druckrohre – „und die Windräder kommen sowieso“.

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