Bühne Klangerlebnis unter dampfenden Schornsteinen

Der Musikverein Fichtenberg präsentiert ein schwungvolles und  unterhaltsames Frühjahrskonzert.
Der Musikverein Fichtenberg präsentiert ein schwungvolles und unterhaltsames Frühjahrskonzert. © Foto: Karl-Heinz Rückert
Fichtenberg / Karl-Heinz Rückert 14.03.2018

Ein musikalisch inszeniertes Abenteuer bescherte der Musikverein Fichtenberg seinen Gästen beim Frühjahrskonzert. Unter dem Motto „Leinen los“ segelten sie mit Musik über Weltmeere, entlang sonniger Gestaden, erlebten wilde Piraten und tauchten durch die Tiefen der Ozeane. Mit an Bord bei der Seereise waren alle Musikgruppen des Vereins.

Getreu dem Leitspruch des Konzerts war auch die Gemeindehalle dekoriert. An der Gangway hinauf ins Hallenschiff wurden die Besucher von zwei Entertainmentmanagern empfangen. In der Halle wartete bereits die über alle Toppen beflaggte Schiffskulisse, deren Bug eine Zugposaune als Gallionsfigur zierte. Ein zunächst noch gerafftes Segel und im Laufe der musikalischen Seereise dampfende Schornsteine auf der Empore machten die Szenerie  beeindruckend.

Zu wohlig warmen Tönen der Alphornbläsergruppe begann die Reise. Dazu stimmten die Bläserklasse und Schüler der dritten Grundschulklasse an der Fichtenberger Schule unter der Leitung von Jutta Nagel und Marc Pöthig ein. Bei den Bläserlingen und der Jugendkapelle übernahm Uwe Traub das Ruder. Dabei tauchten die Jungmusiker mit dem „Yellow Submarine“ ab, begegneten unter Wasser Arielle und erlebten über Wasser das unheimliche Treiben von Piraten in der Karibik. Das junge Bläserensemble demonstrierte dabei beeindruckend die musikalischen Fortschritte.

Strenger Drill beherrschte den Auftritt der großen Schiffskapelle, deren Musikerköpfe mit Matrosenkäppis gekrönt waren. Bis zum Erscheinen des „Kapitäns“ Uwe Traub stellte sich Moderator Uli Braxmaier als „… und Mann“ vor. So werde er immer als Gatte von Pfarrerin Ursula Braxmaier bei offiziellen Veranstaltungen begrüßt.

Standesgemäß legte das majestätische Vereinsschiff auf der Bühne mit einem markanten Konzertmarsch „On the Wings of Liberty“ ab. Beherrschte zunächst noch ein stimmungsvolles Klangbild die Weiten der „Waterkant“, erweckten dramatische Geräusche aus Klaus Doldingers „Das Boot“ lebendige Bilder an den Film. Nicht ganz in das seemännische Szenario des Konzert­abends schien das Arrangement von Klaus Briegel zu Udo Lindenbergs „Hinterm Horizont“ zu passen. Aber das Sehnsucht heischende Blickfeld, wie es dahinter weitergeht, machte neugierig auf ein melodiöses Musikerlebnis – bis die stimmungsvollen, teils aggressiven Tonfolgen von „Fluch der Karibik“ manchen Besucher aus seinen Träumen rissen.

Versöhnlich wollte das große Musikvereinsorchester den Abend mit einem weiteren Konzertmarsch ausklingen lassen. Es hatte die Rechnung ohne die gefühlsschwankenden Besucher in der voll besetzten Halle gemacht. Sie enterten das musikalische Repertoire und forderten Zugaben. Peppigen Rhythmus und smoothe Harmonien aus „Wickie“-Melodien hatten die Musiker in ihrem Reisegepäck und ließen ihre gelungene Seereise mit dem sanften „Sailing“ ausklingen. Die Besucher waren sich hinterher einig: eine gelungene Veranstaltung, bei der alle Musiker ihre Qualitäten unter Beweis stellen konnten.

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