Gschwend Kinderreich feiert runden Geburtstag

Über die Erfolgsgeschichte freuen sich nicht nur die Kleinen, sondern auch die Betreuerinnen und Bürgermeister Christoph Hald.
Über die Erfolgsgeschichte freuen sich nicht nur die Kleinen, sondern auch die Betreuerinnen und Bürgermeister Christoph Hald. © Foto: Rainer Kollmer
Gschwend / Rainer Kollmer 12.12.2018
Vor zehn Jahren wurde im „Kinderreich Buschberg“ die erste Kleinkindgruppe eröffnet.

Die Spielzeug-Lokomotive aus Holz verlässt soeben den Bahnhof unter dem Gruppentisch. Sie verschwindet kurz darauf und wird im Lokschuppen unter einem der kleinen Stühle abgestellt. Der zweijährige Elias hat es eilig. Um 11 Uhr gibt es die nächste Zwischenmahlzeit des Vormittags. Die will er nicht versäumen. Elias ist eines der 21 Kinder, die in drei Kleinkindgruppen im Kinderreich betreut werden.

Den Kindergarten Buschberg gibt es schon seit Mai 1996 mit zwei Regelgruppen für Kinder ab dem dritten Lebensjahr. Die Kinder wurden damals in zwei Zeitfenstern am Vor- und Nachmittag betreut. 2005 kam zunächst ein schmales Ganztagsangebot hinzu. Eine Kleinkinderbetreuung ist noch nicht in Sicht. Bürgermeister Christoph Hald und Hauptamtsleiterin Elisabeth Wilk können nach 22 Jahren jedoch auf eine erstaunliche Entwicklung zurückblicken.

So wird im Jahr 2006 nach einer Umfrage festgestellt, dass es in Gschwend auch einen Bedarf für eine Kleinkindbetreuung ab dem zweiten Lebensmonat gibt. Bereits 2008 wird deshalb im Kindergarten Buschberg eine erste Gruppe für die Jüngsten eröffnet. Erst fünf Jahre später, im August 2013, besteht dann ein Rechtsanspruch auf einen öffentlich geförderten Betreuungsplatz. Für die Gemeinde ist der frühe Start ein Glücksgriff. „Das Kinderreich mit seinen Angeboten ist heute ein eindeutiger Standortfaktor für Gschwend“, stellt der Bürgermeister zufrieden fest.

Mit dem 2014 errichteten Neubau wird zunächst eine altersgemischte Gruppe erprobt. Im März 2015 entstehen dann erstmals zwei Kleinkindgruppen, die unter der Woche in zwei täglichen Zeitfenstern betreut werden. Seit August 2017 gibt es für zehn Kleinkinder eine Ganztagsgruppe, die von Montag bis Freitag zwischen 7 Uhr und 17 Uhr geöffnet ist.

Hinzu kommen zwei Gruppen mit fünf und sechs Kindern, die zwischen 7 Uhr und 13 Uhr betreut werden. Das Besondere: Für Kinder, die nicht täglich diese Vormittagsgruppen besuchen wollen, können ab dem dritten Besuchstag flexible Einzeltage gebucht werden. „Sie müssen weit in der Umgebung suchen, bis Sie ein ähnliches Angebot finden“, ist Elisabeth Wilk überzeugt. Immerhin kommen schon deshalb etwa zehn Prozent aller Kinder aus fremden Gemeinden.

Ausreichend Personal

Auch der Personalschlüssel ist vorbildlich. Mit dem Leitungsteam Simone Dürr und Gerda Lindauer stehen für das gesamte Kinderreich mit seinen 105 Kindern 21 Mitarbeiterinnen zur Verfügung. Eine hauswirtschaftliche Kraft organisiert die Verpflegung in der Ganztagsbetreuung, die auch für Grundschüler zugänglich ist. Die benachbarte „Seniorenheimat Schuppert“ ist ein idealer Kooperationspartner. Die Gemeinde lässt sich die Kinderbetreuung etwas kosten. Das Kinderreich und der evangelische Kindergarten Brunnengässle erhalten zusammen einen jährlichen Zuschuss von etwa 750.000 Euro.

Die Erzieherinnen sind von ihrem Angebot der Kleinkindbetreuung überzeugt. Vor dem dritten Lebensjahr können sich die Kinder spielerisch an den sozialen Rahmen gewöhnen. Sie zeigen beim Übergang zu den Älteren größere Selbstständigkeit und Sicherheit. Nach zehn Jahren Kleinkindbetreuung und mit neu geschaffenen Baugebieten scheint einer erfolgreichen Weiterentwicklung des Kinderreichs nichts im Wege zu stehen.

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