Gaildorf WLAN, Schulen, Hochwasserschutz: Der Gaildorfer Haushalt wurde verabschiedet

Die Buben und Mädchen des Kindergarten Eutendorf werden noch im Gemeindehaus betreut. Ende Januar ziehen sie in den Kindergarten  um. Die Stadt investierte 350 000 Euro in Anbau und Sanierung des Gebäudes und die Neugestaltung des Außenbereichs.
Die Buben und Mädchen des Kindergarten Eutendorf werden noch im Gemeindehaus betreut. Ende Januar ziehen sie in den Kindergarten  um. Die Stadt investierte 350 000 Euro in Anbau und Sanierung des Gebäudes und die Neugestaltung des Außenbereichs. © Foto: ka
Gaildorf / Cornelia Kaufhold 16.01.2019
Im Etat 2019 sind für Eutendorf elf Vorhaben geplant, darunter der Ausbau der Blumenstraße als Hochwasserschutzprojekt. Das ist für Gaildorfs Bürgermeister Zimmermann Chefsache.

Anders als in den Vorjahren hängt es diesmal nicht vom Geld ab, ob die Wünsche der Eutendorfer sowie der Groß- und Kleinaltdorfer erfüllt werden können. „Die Auftragsbücher sind voll, wir haben Probleme, ausführende Firmen zu finden“, erklärt Ortsvorsteher Jürgen Jäckel in der Sitzung des Ortschaftsrats am Montagabend im Eutendorfer Rathaus. Immerhin: Für den Fassadenanstrich des Rathauses hat die Verwaltung einen Handwerker gefunden. In zwei, drei Wochen will er mit seiner Arbeit beginnen. Der Grund für die Eile ist der Abrechnungstermin für die Dorfsanierung, wozu dieses Projekt gehört, Ende April.

Zweites Kanalrohr soll starken Regen ableiten

Auch ohne Förderbescheid, mit dem die Verwaltung Ende März/Anfang April rechnet, soll mit dem Ausbau der Blumenstraße begonnen werden. Dort wird ein zweites Kanalrohr verlegt, das das Wasser bei Starkregen direkt in den Wörthbach leitet. „Das ist so dringend notwendig, dass wir ausschreiben“, bekräftigt Jäckel und übergibt das Wort mit einem „Packen wir’s an“ Bürgermeister Frank Zimmermann.

Die in immer kürzeren Abständen und immer heftiger auftretenden Extremwetter machen dem Rathauschef Sorgen. Er will Vorsorge treffen und ein Fachbüro mit der Untersuchung potentieller Überflutungsstellen wie am Wörthbach in Eutendorf oder auch in Schönberg und Bröckingen zu beauftragen. „Was mir wichtig wäre, ist der Hochwasserschutz“, betont Zimmermann. Das Problem sei, dass solche Fachbüros dünn gesät seien.

Die Neugestaltung der Einmündung der Bahnstraße in Kleinaltdorf in die B 19 ist bereits zwei Mal geschoben worden, ebenso die Sanierung von Parkett und Toiletten im Kindergarten Großaltdorf. Beides steht erneut im Haushalt. Zufrieden blickt Ortschaftsrat Werner Ellinger auf Projekte wie die Baulanderschließung im Eutendorfer Ortskern zurück, die Sanierung und den Anbau des Kindergartens im Dorf und den Ausbau des ersten Abschnitts der Waldheckenstraße. Die Entscheidung des Gemeinderats, einen Eventmanager zu suchen, hat Ellingers volle Unterstützung. „Das haben wir bereits im Masterplan gefordert, das steht auf Seite 18.“ Mit seinem Wunsch nach dem Ausbau von WLAN im ganzen Stadtgebiet ruft er seinen Ratskollegen Bernhard Geißler auf den Plan. Dieser warnt vor möglichen gesundheitlichen Risiken dieser „Zukunftsinvestition für die Stadt“.

Bedenken: Schulen könnten wegen Schulden nicht mehr unterhalten werden

Im zehnten Jahr lese sie den Haushalt, sagt Christel Hofmann-Alber, „und das ist nicht vergnügungssteuerpflichtig“. Angesichts der Pflichtaufgaben der Stadt wie die Unterhaltung der Schulen und Betreuungseinrichtungen habe sie Bedenken „wegen der Schulden, die auf uns zukommen. Wir sollten jede noch so kleine Maßnahme genau überdenken.“ Es werde nicht einfach sein, die Einnahmeseite der Stadt zu verbessern, pflichtet ihr Kollege Gerhard Kunz bei. Mit der Gegenstimme von Bernhard Geißler stimmt das Gremium dem Etat zu. Er stimmte auch im Stadtrat gegen den Standort der neuen Feuerwache.

Straßen, Wasser und Internet: Infrastruktur soll verbessert werden

Im Maßnahmenkatalog für den Haushalt 2019 stehen der Breitbandanschluss der Hohbühlschule und der Blumenstraße, die Sanierung der Dachbrücke in Kleinaltdorf, die Entfernung der Pflastersteine in der Ortsdurchfahrt Großaltdorf, der Neubau des Angerwegs und des Sandhaldewegs, die Erneuerung der Sandsteinpfosten am Friedhof Eutendorf und Wegausbesserungen. Im Baugebiet Wörlebach wird eine Anlage gebaut, die den Wasserdruck steigert.  Lea Hoffmann vom Stadtbauamt wird auf Nachfrage aus dem Gremium für die nächste Sitzung Zahlen über den Bauplatzverkauf vorlegen, sicherte sie zu. „Die gehen weg wie warme Semmeln“, sagt Bürgermeister Zimmermann. Mitte Dezember wurden die Erschließungsarbeiten abgenommen. Die Käufer der Bauplätze können also mit dem Bau beginnen. „Der erste Kran steht schon“, vermeldet Jäckel.

Bauboom in Wörlebach

Dem Gremium werden vier Baugesuche im neu erschlossenen Teil des Baugebiets Wörlebach zur Kenntnis gegeben.  In Kleinaltdorf möchte ein Bauherr einen Hühnerstall abreißen und ein Einfamilienhaus mit Carport bauen. Der Ortschaftsrat erteilte sein Einvernehmen und auch für den Neubau einer landwirtschaftlichen Maschinenhalle in Winzenweiler. „Wir müssen nicht alles abnicken, was uns die Planer aufs Auge drücken. Nein zu sagen, ist ein Akt des zivilen Ungehorsams“, kommentiert Bernhard Geißler die achte Bausache, die auf dem Ratstisch liegt: Errichtung einer Werbeanlage in der Crailsheimer Straße in Winzenweiler. Gerhard Kunz, Rainer Hägele, Bernhard Weller und Geißler stimmen dagegen. Die anderen vier anwesenden Räte dafür.

Jäckel informierte das Gremium, dass der Bauherr, der in der Hindenburgstraße in Eutendorf ein Neunfamilienhaus bauen wollte, seinen Plan geändert hat. „Er will ein Sechsfamilienhaus bauen und kann dafür die erforderlichen Stellplätze nachweisen“, so Jäckel. Die Bausache liege bereits im Landratsamt.

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