Sommer Kinder zeigen sich kreativ

Fichtenberg / Brigitte Hofmann und Karl-Heinz Rückert 04.08.2018

Morgens um halb zehn Uhr geht es los. Zu früh für manche jungen Leute, die in den Sommerferien doch lieber lange schlafen. So hat sich die Zahl auf fünf Teilnehmer reduziert. Aber die haben richtig Spaß. Heinz Kühnle und Rainer Schmelcher wissen, was die kleinen Handwerker wollen, nämlich selbst Hand anlegen und arbeiten. Im vergangenen Jahr haben sie die entsprechenden Erfahrungen gemacht. Im Lagerraum der Firma K & S in den Oberen Riedwiesen ist alles vorbereitet. Große Fliesen als Unterlagen, jede Menge Plättchen in allen Größen bis hin zu kleinen Mosaiksteinen, Meterstab, Bleistift, Holzspatel und Kleber warten auf ihre Verwendung. Leon setzt konzentriert Stein auf Stein. Er hat sich für ein fantasievolles Muster entschieden. Clemens arbeitet gerade an einer Straße, Himmel und Sonne sind bereits fertig.

Hier entsteht ein Haus mit Schwimmbad, dort etwas, was noch nicht so recht zu erkennen ist. Die einen arbeiten still vor sich hin, die anderen eher nebenher und haben viel mehr Lust auf Unterhaltung aller Art. Zwischendurch erklärt Fliesenleger Heinz Kühnle sein Handwerk und auf was es dabei ankommt. Wie man mit Spatel und Kleber umgeht oder wie ein optisch gefälliges Bild entsteht.

Bürgermeister Roland Miola, der vorbeikommt, um zu sehen, was hier geleistet wird, findet es ganz prima, dass Fichtenberger Firmen sich in das Ferienprogramm einklinken und Aktionen anbieten. Als dann Bärbel Kühnle mit einer großen Tasche auf der Bildfläche erscheint, gibt es kein Halten mehr. „Ich will jetzt was essen“, entscheidet Julius und legt prompt sein Werkzeug aus der Hand.

Tierische Fortbildung

Auch in der Tälestraße war an diesem Tag etwas geboten: „Ich woll’t ich wär ein Huhn, ich hätt nicht viel zu tun. Ich legte vormittags ein Ei und nachmittags wär ich frei“. Vielleicht hatten sich auch die vier Zwerghühner aus der Hühnerschule von Selina Wild nach dem Refrain des Comedian-Harmonists-Liedes am Mittwoch einen freien Nachmittag erträumt. Stattdessen fuhr die Bauernhofpädagogin aus Geifertshofen mit ihren gefiederten Schulungsobjekten nach Fichtenberg, wo sie auf Einladung der Sparkasse Schwäbisch Hall- Crailsheim einen Programmpunkt des Ferienprogramms bestritt.

Fünfzehn Ferienkinder hatten sich im Schatten vor der Fichtenberger Sparkassenzweigstelle eingefunden. Aufmerksam und interessiert folgten sie den Informationen rund um die Tiere in Haus und Hof. Auch ihre eigenen Sinne mussten die Kinder beim Fühlen, Riechen, Obst, Gemüse und Tierlaute Raten einsetzen. Welche Nutztiere gibt es, wie wichtig ist Müllvermeidung? Die Hühnerschüler waren dabei um richtige Antworten nicht verlegen. Anschaulich erklärte die Bauernhofpädagogin, wie lange ein Hühnerei wächst, bis es gelegt wird: fünfundzwanzig Stunden. Die kleinen Rechengenies hatten nach einer Woche Ferien das Rechnen nicht verlernt und fanden ihr Ergebnis lustig: „Wenn das Ei sich ab nachts um 0 Uhr beginnt zu entwickeln, dann legt es die Henne erst um 1 Uhr nachts am folgenden Tag“, stellten sie mit scharfsinnigem Witz fest.

Da musste Selina Wild doch korrigierend eingreifen, und erklärte, dass die Hühner meist vormittags Eier legen. Neben Puzzlespielen war die Futterzubereitung und die Fütterung der Zwerghühner ein weiterer Höhepunkt.

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