Fichtenberg Kinder malen für eine vielfältige und tolerante Gesellschaft

Fichtenbergs Bürgermeister Roland Miola lobt bei der Ausstellungseröffnung am Montag den Beitrag der Kinder zu einer bunten Gesellschaft. Angelika Roth vom Kreisjugendring (Zweite von links) hat den Stoffbeutel-Contest organisiert.
Fichtenbergs Bürgermeister Roland Miola lobt bei der Ausstellungseröffnung am Montag den Beitrag der Kinder zu einer bunten Gesellschaft. Angelika Roth vom Kreisjugendring (Zweite von links) hat den Stoffbeutel-Contest organisiert. © Foto: Luca Stettner
Fichtenberg / Von Luca Stettner 19.09.2018
Kindergartenkinder und Grundschüler haben für das Projekt „Vielfalt tut gut“ Bilder gemalt. Im Fichtenberger Rathaus wird die Ausstellung am Montag eröffnet.

Die weißen Wände im Foyer des Fichtenberger Rathauses erstrahlen an diesem Montagnachmittag in neuem Glanz; an allen Seiten des Flurs hängen eingerahmte, bunte Bilder. Als Erste betritt ein junges Mädchen mit ihrer Mutter den Eingangsbereich. Sie schauen sich vorsichtig um. „Guck mal, ob du dein eigenes Bild entdeckst“, wird sie von Angelika Roth, Projektreferentin im Kreisjugendring Rems-Murr, begrüßt. Die junge Künstlerin braucht ein bisschen Zeit, ihr Blick streift immer weiter durch die Ausstellung, doch dann lächelt sie – und hat ihr Kunstwerk entdeckt. In den nächsten Minuten kommen noch viele weitere Eltern mit ihren Kindern hinzu. Sie alle wollen die Ausstellung zum Stoffbeutel-Contest sehen.

Kreative Exponate

Zu sehen sind auf den verschiedenfarbigen Bildern Blumen, unterschiedlich gekleidete Leute, bunte Buchstaben und Sätze wie „Vielfalt ist toll“. Dazu hängen das Logo des Projekts und eine Infobox an der Wand. Kindergartenkinder aus Fichtenberg und Schüler der Murrhardter Hörschbachschule haben die Bilder zum Thema „Vielfalt und Toleranz“ gemalt; im Rahmen des Projekts „Vielfalt tut gut“ werden sie gezeigt. Dieses Projekt im oberen Rems- und Murrtal wird vom Bund gefördert, vom Kreisjugendring koordiniert und von Ehrenamtlichen initiiert. Ziel ist es, die Vielfalt in der Region sichtbar zu machen und ein Zeichen für Demokratie zu setzen. Der Projektzeitraum erstreckt sich über das Jahr 2018.

Lob für junge Künstler

„Dieses Thema ist brandaktuell: Man soll nicht nur tolerant sein, sondern auch dafür aktiv werden“, wendet sich Fichtenbergs Bürgermeister Roland Miola bei der Eröffnung an die zahlreichen Gäste. Besonders spricht er die jungen Künstler an: „Ihr lernt schon im Kindergarten, dass man jeden so nehmen soll, wie er ist. Das ist ganz wichtig. Mit euren Bildern habt ihr unserer Aktion wirklich geholfen und sehr viel getan.“

Bevor die Gäste einen Blick auf die insgesamt 25 Exponate werfen, präsentieren die Kinder des Fichtenberger Kindergartens mit ihren Erzieherinnen „Das Lied vom Anderssein“. Dieses Lied ist eine der Grundlagen für die künstlerische Gestaltung der Bilder. Im Herbst 2017 hatte Angelika Roth als Organisatorin des Stoffbeutel-Contests alle Grundschulen und Kindergärten des oberen Rems- und Murrtales angeschrieben und zur Teilnahme eingeladen. Angehängt an die Einladungsmail hatte sie als Inspiration eine Literatur- und Liederliste – darunter auch „Das Lied vom Anderssein“. Der Rücklauf an den Kreisjugendring war für Anfang Juli angesetzt.

„Wir waren von der Vielfalt der Bilder angetan, die Kinder haben das Thema super umgesetzt“, erzählt Roth. Der Kreisjugendring hat alle Einsendungen für die Ausstellung eingerahmt. Neun ausgewählte Bilder wurden zu einer Collage zusammengefasst und auf Stoffbeutel gedruckt. Zum Selbstkostenpreis von zwei Euro kann ein Stoffbeutel erworben werden – für alle Künstler gab’s einen als Geschenk.

„Die Kinder und Eltern haben sich heute viel Zeit genommen, die Bilder wirklich angeschaut, das war ihnen wichtig. Für Kinder ist das doch etwas Schönes. Außerdem läuft das Thema so in die Köpfe, Kinder und Erwachsene beschäftigen sich damit“, blickt Miola zufrieden zurück. Die Ausstellungseröffnung reiht sich indes nahtlos in den Veranstaltungskalender des Projekts „Vielfalt tut gut“ ein: Am vergangenen Samstag gab’s am internationalen Tag der Demokratie einen Politik-Talk im Murrhardter Jugendzentrum – am kommenden Donnerstag werden auf Schloss Lautereck in Sulzbach an der Murr die NSU-Monologe in Form eines dokumentarischen Theaters präsentiert.

Miola sieht gelungenes Projekt

Roland Miolas vorläufiges Fazit zu den seit Mai zahlreichen Events von „Vielfalt tut gut“ ist positiv: „Alle Aktionen haben Anklang gefunden, über Werbung sind die Leute angesprochen worden.“ Bemerkenswert am Projekt ist für ihn die Zusammenarbeit zwischen den Landkreisen: „Die Landkreise haben verschiedene Möglichkeiten, trotzdem gibt es untereinander keinen Neid. Wir haben überlegt, wer welche Ideen umsetzen kann und gut zusammengearbeitet, um das Thema Vielfalt an die Jugend heranzutragen.“ Bis Mitte Oktober bleibt die Ausstellung in Fichtenberg, danach wird sie in Murrhardt gezeigt.

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