Energie Keine Sommerpause beim Naturstromspeicher

Gaildorf / KARL-HEINZ RÜCKERT 24.08.2016
Auf der Baustelle für das Projekt Naturstromspeicher in Gaildorf kennt man keine Sommerpause. Während der Ferien wird eifrig gearbeitet. <i>Mit Bildergalerie.</i>

Arbeiten während andere Ferien machen – für die Teams der Baufirma Max Bögl ist das kein Thema. Sie arbeiten mit Hochdruck an den Windenergieanlagen (WEA) in den Limburger Bergen im Wald bei Winzenweiler.

Schattige Plätzchen sind auf den großflächigen Baustellen rar, auf die die Sonne unbarmherzig niederbrennt. Dennoch wird mit Hochdruck an den WEA 3, 4 und 5 Hand in Hand gearbeitet. An den Standorten der Anlagen lassen sich die Umfänge der Passiv- und der Aktivbecken gut erkennen. Wie konzentrische Ringe liegen sie im Passivbecken. Beim Anblick der mächtigen Betonfundamente der Bauwerke begreift man, welchen physikalischen Kräften nach Fertigstellung der Anlagen der Untergrund standhalten muss.

An der WEA 3 werden zurzeit die Tübbings für das Passivbecken montiert. Das sind vorgefertigte Betonplatten von 2,15 Metern Höhe, die mit einem Lastkran in das Montagegerüst gehoben und dort reihenweise eingebaut werden. In eine Reihe des Passivbeckenrunds passen 28 dieser gebogenen Betonteile, die genau in den Beckenumfang von 200 Metern passen müssen.

Im Vorfeld hatte die Baufirma mit einem Versuchsaufbau die Passgenauigkeit nicht dem Zufall überlassen, erklärte Bauingenieur Johannes Kaltner, der die Naturstromspeicheranlage in Gaildorf als Projektleiter begleitet. In bis zu sieben Ringen werden die Tübbings übereinander gebaut, die im Stammwerk von Max Bögl in Sengenthal vorproduziert und anschließend nach Gaildorf transportiert werden. Für den Einbau eines Rings benötigen die Bauarbeiter rund drei Tage.

Nach der Fertigstellung der Becken mit einem Durchmesser von 63 Metern wird deren Speichervolumen zwischen 31.000 bis 43.000 Kubikmeter liegen. Dafür wurden an den drei Standorten insgesamt 104.000 Kubikmeter Erde ausgehoben. In diesen Baugruben bis 16 Meter Tiefe erscheinen die großen Baufahrzeuge wie Miniaturen.

Etwa die Hälfte des Erdaushubs wurde im Bereich der WEA 2 für die Hinterfüllung der Passivbecken zwischengelagert, der sich dort als beeindruckender Berg präsentiert. An der WEA 4 werden gerade vorbereitende Arbeiten für die Betonierung der Bodenplatte getroffen. Einen Bauschritt weiter ist die WEA 5, wo auf die fertige Bodenplatte das Fundament für das Aktivbecken betoniert wird. Sobald die Betonarbeiten fertig sind, beginnt der Turmbau mit Aktivbeckenringen. Auf diesen sitzen dann die Masten der Windkraftanlagen. Johannes Kaltner ist zuversichtlich, dass die Enderrichtung der Anlagen zum Jahresende 2017 abgeschlossen sein wird.

Info Zum Bau des Naturstromspeichers gibt es auch einen Blog unter www.naturspeicher.de/de/aktuelles/aktuelles

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