Es besteht seit Längerem der Wunsch, den Zustand der Karlstraße zu verbessern“, sagte Bürgermeister Armin Mößner in der Gemeinderatssitzung, in der das Thema auf der Tagesordnung stand. Es sei zu vermuten, dass sie mittlerweile Platz eins im Ranking der angeschlagenen Straßen auf der Gemarkung einnehme. Das Problem: „Die Kosten für eine Sanierung belaufen sich auf eine Million Euro plus x und das X könnte sehr groß ausfallen“, erläuterte Mößner. Insofern hat die Stadt großes Interesse an Unterstützung, hat allerdings bisher bei Zuschüssen noch keinen Erfolg gehabt.

Weiterer Versuch

Also möchte sie nun einen weiteren Versuch wagen und beantragen, die Karlstraße sowie das Wohnumfeld in das bestehende Sanierungsgebiet „Bahnhof/östlich Klosterhof“ mit hineinzunehmen. Gelänge dies, könnte auch die Instandsetzung der Straße entsprechend unterstützt werden, so die Hoffnung. Dass dies zumindest generell möglich ist, habe die Verwaltung in einem Gespräch mit Landesvertretern abgeklärt.

Klar sei aber auch, dass es zunächst eine genaue vorbereitende Untersuchung der Karlstraße und Flächen braucht. Zuständig in diesem Fall ist die Steg Stadtentwicklung aus Heilbronn, die das Sanierungsgebiet begleitet. Im Anschluss ist es dann möglich, die Aufnahme ins Sanierungsgebiet zu beantragen.
Die Rückmeldungen aus dem Gemeinderat machten deutlich, dass auch das Gremium mit hohen Kosten rechnet. Rolf Kirschbaum (CDU-FWV) fand es gut, dass sich die Verwaltung nach Ablehnung an anderer Stelle noch mal Gedanken um die Finanzierungsmöglichkeiten gemacht hat. Eine Integration ins Sanierungsgebiet sei sicher sinnvoll, wenn dort auch ein Interesse bestehe.

Stuttgart

Noch keine Zusage

„Also, wir haben keine Zusage“, stellte Mößner klar. Vielmehr sei die Botschaft gewesen, den Antrag zu stellen, Straße und Flächen mit ins Sanierungsgebiet hineinzunehmen, sprich es einfach zu versuchen. Da aber im bisherigen Gebiet auch einiges an Projekten umgesetzt werden konnte, hofft der Bürgermeister, dass die Stadt zumindest nicht allzu schlechte Karten beim Antrag hat.

Für die Anlieger ist die Straßensanierung insofern auch relevant, da Ausgleichsbeiträge fällig werden, die allerdings niedriger als die für eine Erschließung ausfallen. „Die Karlstraße ist ein altes Thema, das jetzt mit einer neuen Strategie angegangen werden soll“, sagte Martin Stierand (MDAL/Die Grünen). Für ihn sei das Vorhaben komplex, weil es neben der Straße selbst um die Leitungsinfrastruktur beispielsweise für Gas oder Wasser ginge. Das sei mit zu bedenken, möglicherweise auch in Bezug auf weitere Förderungsmöglichkeiten. Stierand regte zudem an, auch die Burgermühle und den Umkreis in den Blick zu nehmen, die Besuchern beim Eintreffen in der Stadt gleich ins Auge fallen würden und somit einen gewissen repräsentativen Charakter hätten. Mößner ergänzte, dass auch der Leitungsbau Bestandteil der Voruntersuchung und insofern mitberücksichtigt sei. Diese sei notwendig, um auch in Bezug auf die Kosten eine grobe Hausnummer zu haben.

Stadt hat Bringschuld

Für Edgar Schäf (SPD) hat die Stadt in Bezug auf die Instandsetzung der Karlstraße eine Bringschuld. „Wir schieben das schon rund 20 Jahre vor uns her“, sagte er und erinnerte ebenso an die Zeit der Nutzung als Umleitungsstrecke während des Unterführungsbaus. Auch ist er sich sicher, dass die Sanierung hohe Kosten bedeutet.

Was die Gebühren für die Anlieger anbelangt, so geht er davon aus, „dass wir da einiges zu hören bekommen werden“. Mit dem einstimmigen Votum gab der Gemeinderat schließlich grünes Licht für das von der Verwaltung vorgeschlagene Vorgehen.

Kostenschätzung für Murrgasse

Schon etwas weiter ist die Stadt im Fall der Murrgasse, die im Sanierungsgebiet „Bahnhof/östlich Klosterhof“ liegt. Um die Instandsetzung von Fahrbahn und Gehwegen inklusive tiefer liegender angeschlagener Kanalisation und Leitungen planen und auf den Weg bringen zu können, hat der Gemeinderat das Murrhardter Ingenieurbüro Riker und Rebmann mit einstimmigem Beschluss für 16.000 Euro beauftragt. Dabei geht es um die Vorplanung und Kostenschätzung, die dem Gremium dann wieder vorgestellt wird. Als Zielmarke für die Sanierung hat die Stadt das erste oder zweite Quartal 2021 anvisiert.

Edgar Schäf hält die Sanierung für kein einfaches Projekt, da viele der Häuser direkt an die Straße angrenzen und deshalb wenig Spielraum sei. Insofern war seine Bitte, die Anwohner mit in den Prozess einzubinden.
Ein Gespräch mit den Anliegern hat bereits vor einiger Zeit stattgefunden, wie Armin Mößner informierte. Bei einem Treffen im Bofingersaal habe man das Vorhaben schon einmal vorgestellt und sich ausgetauscht. Klar sei, dass dies entsprechend weiter zu begleiten ist.