Aalen Kampf um den Intercity

Gleisbauarbeiten auf der Murrbahn zwischen Fornsbach und Fichtenberg: Während diese Strecke modernisiert werden soll, hat der Bund für die Remsbahn keinen „vordringlichen Bedarf“ erkannt.
Gleisbauarbeiten auf der Murrbahn zwischen Fornsbach und Fichtenberg: Während diese Strecke modernisiert werden soll, hat der Bund für die Remsbahn keinen „vordringlichen Bedarf“ erkannt. © Foto: Klaus Rieder
Aalen / swp 09.11.2018
Die Entscheidung, die Remsbahn nicht in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen, alarmiert Landrat Klaus Pavel und den Abgeordneten Winfried Mack. Sie fordern Spitzengespräche.

Nach der Entscheidung des Bundes, die Murrbahn auszubauen, den Ausbau der Remsbahn aber nicht in den „vordringlichen Bedarf“ der Schienenausbauvorhaben des Bundesverkehrswegeplanes aufzunehmen, sehen Ostalb-Landrat Klaus Pavel und Landtagsabgeordneter Winfried Mack unverändert den gemeinsamen Auftrag, den Ausbau der Remsbahn und Oberen Jagstbahn voranzutreiben. „Die Verbesserung der IC-Verbindung Stuttgart-Nürnberg über die Halte Schwäbisch Gmünd, Aalen und Ellwangen hat weiter hohe Priorität“, so Mack und Pavel in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Auch Thilo Rentschler, Oberbürgermeister der Stadt Aalen, betont die große Bedeutung einer schnellen und leistungsfähigen Anbindung des Bahnknotenpunkts Aalen an den Fernverkehr für die gesamte Region mit einem Einzugsbereich von 350.000 Einwohnern.

Für die weiterhin profitable IC-Verbindung Stuttgart-Nürnberg über Aalen gebe es gewichtige Argumente. „Auf der Remsbahn fahren viel mehr Fahrgäste als über die Murrbahn, deshalb ist die Remsbahn auch im Deutschlandtakt des Bundes beinhaltet. Das verpflichtet uns, hart weiterzuarbeiten“, betonen Mack und Pavel. Ermutigt sehen sich beide durch das Bekenntnis von Landesverkehrsminister Winfried Hermann und Steffen Bilger, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, dass Bund, Land und kommunale Partner gemeinsam dafür sorgen, dass der Ausbau der Remsbahn über Mittel des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz des Bundes angegangen wird. Der Zuschuss hierbei betrage 80 Prozent. 60 Prozent kommen vom Bund, 20 Prozent vom Land.

„Dieses Angebot sehen wir in der Region als Chance, vielleicht sogar schneller zum Ziel des Ausbaus zu kommen“, so Pavel und Mack. Wichtig sei jetzt, dass konkrete Ausbauziele und Projekte auf der gesamten Achse der Remsbahn und der Oberen Jagstbahn zwischen Stuttgart und Crailsheim benannt würden und mit Land, Bund, Regionen und Kommunen geklärt werde, wer sich um was kümmere und wer was mitfinanzieren müsse. Dazu möchte Landrat Klaus Pavel möglichst rasch Gespräche mit allen Beteiligten, auch mit dem Regionalverband Ostwürttemberg und Verbandsdirektor Thomas Eble führen. Der vom Kreistag des Ostalbkreises getroffene Beschluss, den Ertüchtigungsbedarf der Remsbahn und Oberen Jagstbahn gutachterlich klären zu lassen, erhalte eine neue Aktualität.

Konkrete Vorschläge

Mögliche Ausbauprojekte im Ostalbkreis wären nach Pavels Ansicht der beidseitige Ausbau Aalen-Goldshöfe, der Ausbau der Kreuzung Schwabsberg und der Strecke Ellwangen-Crailsheim, damit neben einem stündlichen RE auch der IC fahren kann. Pavel und Mack schlagen Geschwindigkeitserhöhungen durch Linienverbesserungen vor, etwa die Kurven zwischen Lorch und Gmünd zu strecken. Sie wünschen Maßnahmen zur Netzstabilisierung wie Signaltechnik, damit die Fahrpläne weniger verspätungsanfällig werden, und Blockverdichtung, damit eine Kapazitätssteigerung der Strecke erreicht wird und die Zugfolge erhöht werden kann. In ihrem Katalog steht zudem die Ertüchtigung des Bahnhofes Ellwangen mit der Beseitigung des schienengleichen Übergangs zu Gleis 2 und 3, der Bau eines weiteren Bahnsteiges in Jagstzell und des Bahnhaltes Aalen-West. Gerade mit Blick auf die Landesgartenschau in Ellwangen 2026 sei ein Ausbau des Bahnhofes Ellwangen rasch anzugehen, so Mack und Pavel. Weitere Punkte betreffen die Region Stuttgart und den Rems-Murr-Kreis sowie ein drittes Gleis bei Rommelshausen.

Für Pavel ist der Wermutstropfen, dass die kommunale Familie 20 Prozent der Kosten für eine Ertüchtigung auf der Remsbahn tragen müsse. „Dafür haben wir es nun bei der Planung in der Hand und müssen nicht auf den Bund warten“, so Pavel. Denn allein durch eine andere Priorisierung werde noch kein Meter Schiene gebaut.

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