Ottendorf Junge Chöre weisen den Weg in die Zukunft

Ottendorf / BRIGITTE HOFMANN 16.07.2013
Geht Chorgesang im Festzelt? Es geht! Mit Rock, Pop und Welthits allemal. Acht junge Chöre gestalteten zum Jubiläum "125 Jahre Liederkranz Ottendorf" ein begeisterndes Konzert.

In vielen Orten sind aus den traditionellen Gesangvereinen neue, junge Chöre hervorgegangen. Und das mit großem Erfolg. Man kann nur staunen - wie beim Ottendorfer Liederkranz-Jubiläum -, mit wie viel Elan sie zur Sache gehen und mit welcher Präsenz sie auf der Bühne stehen. Die englische Sprache gehört inzwischen dazu.

Die Gäste im Ottendorfer Festzelt gingen voll mit. Selbst die jungen Leute auf den Treppenstufen vor der Bühne klatschten kräftig. Über zweieinhalb Stunden hinweg schafften es die jungen Chöre, ihr Publikum bei Laune zu halten. Gut, Moderator Matthias Berger musste ab und zu etwas Ruhe einfordern, aber das Experiment Chorkonzert im Festzelt ist absolut geglückt.

Zuerst durften Sing & Swing ran. 1998 aus der Taufe gehoben, kann der junge Chor ein kleines Jubiläum feiern. Peter Richter, seit zwei Jahrzehnten Chorleiter in Otterndorf, habe erheblichen Anteil an der erfolgreichen Entwicklung, schwärmte Liederkranz-Chef Frieder Sanwald. Die rund drei Dutzend Sängerinnen und Sänger bestehen nur zur Hälfte aus Einheimischen, was die Attraktivität, hier mitzumachen, unterstreicht. Allein das neue Outfit, ganz in Schwarz mit wenigen roten Farbtupfern, war imposant.

"Its so easy to fall in love" hieß einer ihrer rhythmischen Songs. Und tatsächlich war es ganz leicht, sich an diesem Abend in diesen Chor zu verlieben.

Ähnlich erfolgreich wie Peter Richter in Ottendorf arbeitet Hans-Peter Obereder in Eutendorf mit seinem Chörle. "California Dream" verführte zum Träumen, das "Halleluja" von Leonard Cohen zum Mitsingen. Sehr gefühlvoll begleitete Bernd Scheiderer am Klavier. Alexander Hofmann und sein Chorprojekt Rosengarten forderten "Komm hol das Lasso raus" und holten damit die Leute von den Bänken. Auf den Spuren von Bee Gees und Beach Boys wandelten Choruso Neuhütten, und ebenso stark präsentierten sich Enjoy Gröningen mit Hits von den Beatles oder Coldplay. Richtig Spaß auf die Bühne brachten die Red Valleys aus Oberrot. Ihre Loblieder auf die Frauen und den Süden der Republik forderten den heftigsten Applaus heraus.

Summer and Friends aus Mittelfischach mit Chorleiterin Helga Sommer profilierten sich mit Hubert von Goiserns "Weit, weit weg" in steirischer Sprache, ehe der Singkreis Fichtenberg aufzog, um Songs mit schier unaussprechlichen Titeln zu interpretieren - ob afrikanisch oder südamerikanisch. Wo Asuka Santurri dirigiert, da ist was los. Und dann gab es noch eine Überraschung obendrauf: Ein Loblied auf die jubilierenden Ottendorfer mit Solistin Antje Kreisz. Anschließend durfte der DJ ran, und wer wollte, der konnte noch bis in die Morgenstunden singen.