Was wünschen sich die Gaildorfer Jugendlichen, wie sehen ihre Interessen aus und wie können sie umgesetzt werden? Um diese Fragen zu klären und die Kommunikation mit der Jugend zu stärken, gab es im März dieses Jahres ein Jugendforum in Gaildorf. Etwa 100 Jugendliche umliegender Schulen benannten ihre Interessen vor Gemeindevertretern und konkretisierten diese in Arbeitsgruppen. So entstand unter anderem die Idee eines freien WLANs in der Stadt und der Wunsch nach einem Jugendhaus. In Umfragen vor dem Forum wurde die Einrichtung eines Infoportals angeregt.

Jugendliche bleiben fern

Das Infoportal soll Jugendliche und junge Erwachsene in Gaildorf und Umgebung über für sie relevante Themen wie Veranstaltungen, Jobs und öffentliche Verkehrsmittel informieren. Bislang sind das nur Ideen, konkret ist noch nichts. Um das Projekt auf den Weg zu bringen, sollte es am Dienstagabend im Gaildorfer Rathaus zu einem Ideenaustausch zwischen Jugendlichen, der Stadtverwaltung und Jugendreferentin Pia Dahlinger kommen. Sie hatte die Teilnehmer des Jugendforums dazu eingeladen – aber auch alle anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Stadt.

Gekommen ist niemand. Lediglich der Gaildorfer Unternehmer Jürgen Hinderer und Rathaussprecher Dr. Daniel Kuhn trafen sich im Konferenzsaal, Pia Dahlinger war kurzfristig erkrankt. „Mündlich hatte ich positive Rückmeldungen“, berichtet die Jugendreferentin am Telefon. Außerdem habe es zwei kurzfristige Absagen gegeben. „Bei der Umfrage war das Portal ein ganz wichtiges Thema. Mit Herrn Kuhn werde ich überlegen, wie wir weiter verfahren. Für alle Ideen zur Umsetzung sind wir offen.“ Ein zweiter Termin sei bereits vor dem gescheiterten Treffen angedacht gewesen.

„Vielen Jugendlichen fehlt der unmittelbare Bezug“, äußert sich Kuhn allgemein zur Jugendbeteiligung. Oft fehle ihnen wegen der Schule die Zeit, nach dem Abschluss würden viele die Stadt verlassen. Trotzdem hält er fest: „Die Interessen der Jugendlichen müssen kommuniziert werden. Sonst ist es für uns schwierig, sie umzusetzen. Wir können es nicht riechen.“ Die Stadt wird im kommenden Jahr ein weiteres Jugendforum veranstalten. Gestern holte Kuhn bei einem Seminar zum Einsatz digitaler Medien in der Jugendarbeit außerdem externes Wissen ein. Die Stadt habe alles getan, so Kuhn.