Die Gaildorfer Jugendlichen wollen wieder einen Platz, an dem sie sich treffen können. So haben die Realschüler Michelle und Serkan im Frühjahr 2018 eine Liste mit mehr als 200 Unterschriften an Bürgermeister Frank Zimmermann übergeben. Forderung: ein Jugendhaus in Gaildorf. Seit das in der Bahnhofstraße 44 im Juli 2017 geschlossen wurde, gibt es in Gaildorf keines mehr. Das „B 44“ sei nach 15 Jahren vor allem aus baurechtlichen Gründen geschlossen worden. „Abgesehen davon, dass nutzungsrechtliche Dinge nicht erfüllt waren, waren Brandschutzerfordernisse nicht erfüllt“, so Zimmermann damals.
Inzwischen hat die Stadtverwaltung auf ihrer Suche nach einem neuen Standort Erfolg vermeldet: Sie hat im Herbst 2018 große Teile des ehemaligen Küchenstudios Kaiga in der Gartenstraße 57 gemietet. Im November vergangenen Jahres hat die Stadtverwaltung beim Landratsamt Schwäbisch Hall ein Baugesuch eingereicht. Das beinhaltet auch eine Nutzungsänderung – Jugendhaus statt Gewerbe. Für diese Änderung müssen Bauarbeiter anrücken. Aktuell prüft das Landratsamt das Gesuch. Mit einer Entscheidung rechnet Dr. Daniel Kuhn, persönlicher Referent des Gaildorfer Bürgermeisters, „in den nächsten Wochen“. Erst dann darf die Stadt mit den Bauarbeiten beginnen – sofern das Landratsamt die Genehmigung erteilt.
Noch gebe es in der Stadtverwaltung keine Unruhe. Trotzdem stellt der Sachgebietsleiter für Gebäudemanagement, Jürgen Harant, fest: „Wir stehen in den Startlöchern und wollen beginnen.“ Die Stadt hat bereits ein Architekturbüro mit der Planung, der Ausschreibung der Bauaufträge und der Bauleitung beauftragt.
Wichtig, um die Genehmigung des Landratsamts zu erhalten: der Brandschutz. Um den zu gewährleisten, muss die Stadt Gaildorf an der Treppe spezielle Türen anbringen. Weitere Vorgabe: ein WC-Umbau. Zwei geschlechtergetrennte Toiletten sowie eine für das Personal müssen her. Außerdem muss das Erdgeschoss behindertengerecht werden. Für diese drei Maßnahmen hat der Gemeinderat 100.000 Euro bewilligt. Zudem soll mit dieser Summe eine Teeküche entstehen. Äußerlich soll das Gebäude nicht verändert werden.

Verspätung bei der Eröffnung

Konkret dauern die für die Einhaltung der Vorschriften notwendigen Arbeiten rund ein halbes Jahr, schätzt Kuhn. Erst dann können die Räume für das Jugendhaus ausgestattet werden. „Wir streben eine Neueröffnung des Jugendhauses Ende 2019 an“, sagt Kuhn. Im November 2018 hoffte er noch, dass das Jugendhaus im Frühjahr seinen Betrieb aufnehmen kann.
Vom Standort ist Kuhn überzeugt: „Wir vermeiden Leerstand und schaffen eine neue Heimat für die Gaildorfer Jugendlichen.“ Auch die Finanzen stimmen: „Ein Neubau wäre teurer als das Mietverhältnis plus die Kosten für den Umbau.“ Außerdem sei das neue Jugendhaus zentral gelegen und Teil eines gemischten Wohn- und Gewerbegebiets. Daher sei das Thema Lärm nicht derart relevant wie in einem reinen Wohngebiet. Kuhn erwarte ohnehin „keine enorme Lärmbelästigung“.
Das künftige Jugendhaus hat eine Nutzfläche von 611 Quadratmetern. Aktuell arbeitet die Stadtverwaltung an einem Nutzungskonzept. Aus den ehemaligen Ausstellungsräumen für die Küche werden die Räume für das Jugendhaus. Im Obergeschoss könnte es Proberäume für Tanzgruppen oder spezielle Kurse geben, so Kuhn. Das schwebt auch Gaildorfs Jugendreferentin Pia Dahlinger vor. „Das neue Jugendzentrum bietet unglaublich viele Möglichkeiten“, sagt sie. Die Jugendlichen selbst sollen später Freiraum haben und die Räume mitgestalten – ebenso wie die Angebote im Jugendhaus. Wichtig ist Dahlinger außerdem, im Jugendhaus einen Ansprechpartner für die Jugendlichen zu haben. „Zu ihm kann man hingehen, mit ihm reden und erhält Unterstützung in verschiedenen Belangen.“

Laichingen

Hashani leitet das Jugendhaus

Diese Ansprechpartnerin wird Dafina Hashani sein. Sie wird das neue Jugendhaus leiten und ist maßgeblich daran beteiligt, das Konzept auszuarbeiten. Seit Februar arbeitet sie in Teilzeit bei der Stadt Gaildorf. Die Leiterin des Haupt- und Personalamts, Tanja Ritter, hofft, dass sie noch in der ersten Jahreshälfte in Vollzeit präsent sein wird. Aktuell studiert Hashani Soziale Arbeit und schreibt an ihrer Bachelor­arbeit. Als Jugendhausleiterin folgt sie auf Manfred Dürr, der das „B 44“ geleitet hat.

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