Das neue Jugendhaus der Stadt Gaildorf kann sich sehen lassen – und die Jugendlichen, die seit ein paar Tagen ihren neuen Platz begutachten und auch teilweise mit Hand angelegt haben, sind glücklich. Nicht jede Stadt stellt ihren Jugendlichen so großzügige Räumlichkeiten zur Verfügung, die Möglichkeiten für vielfältige Aktionen bieten. Natürlich sehen Jugendhäuser ihren Sinn darin, der Jugend Freizeitmöglichkeiten zu bieten, doch sie sind auch Lebensbegleiter und geben in vielen Situationen Halt sowie Zuversicht bei Sorgen und Nöten. Und nicht zuletzt wachsen in diesen Häusern Freundschaften und der Zusammenhalt der Jugendlichen einer Stadt wird gestärkt.

Gut angelegtes Kapital

Vor diesem Hintergrund ist das Geld, das die Stadt im Einvernehmen mit dem Stadtrat für den Umbau des Küchenstudios ausgegeben hat, gut angelegtes Kapital für die Zukunft. Wie Bürgermeister Frank Zimmermann am Montag bei einer Besichtigung des Gemeinderats berichtete, verzögerte sich der Umbau nicht nur wegen der Brandschutzauflagen oder der Corona-Krise, sondern auch, weil mit dem verantwortlichen Architekten, der Verwaltung und den pädagogischen Fachkräften viele Fragen und Probleme geklärt werden mussten. Nicht zuletzt wollte man die Jugendlichen wegen der Identifikation mit dem Haus in die Planung einbeziehen.

Ziel sei es nun, so der Bürgermeister, so gut es geht in der Corona-Zeit mit den bekannten Einschränkungen, das Jugendhaus Schritt für Schritt mit Leben zu erfüllen. In vier Gruppen begutachteten die Stadträte, begleitet von Jugendreferentin Pia Dahlinger und ihren pädagogischen Fachkräften Bianca Laudo, Thilo Kagels und Dafina Hashani, die hellen und großzügigen Räumlichkeiten. Im Erdgeschoss befindet sich ein öffentlicher Bereich, in dem sich die Jugendlichen gemütlich treffen können, ein Billardtisch und ein Tischkicker laden dort zum Spielen ein.
Auch eine Küche mit Musikanlage und die Toiletten sind im Erdgeschoss zu finden. Im hinteren Teil befinden sich ein Werkstattraum und ein Büro. Über den Tanzraum im Obergeschoss sind die Mädchen und Jungs der „Segnoia-Tanzgruppe“ glücklich, denn in einer Spiegelwand können sie ihre Bewegungen gut verfolgen. Auf dieser Ebene befinden sich noch zwei Räume mehr für getrennte Aktionen. Dort kann natürlich auch gespielt werden, es können sich aber auch spontane Gespräche oder Diskussionen zwischen den Jugendlichen und der pädagogischen Fachkraft über alle Fragen oder Probleme entwickeln.

Forderung nach Jugendhaus

Die Stadträte waren sich einig, eine gute Sache realisiert zu haben. Dietmar Winter, Jugendreferent beim Landratsamt Schwäbisch Hall und lange auch in Gaildorf als Streetworker im Einsatz, erinnerte an die kurze Zeitreise der Jugendarbeit ab dem Jahr 1972 in Gaildorf, an den Verein für Offene Jugendarbeit und an den Landkreis, der seit 2000 die kommunale Jugendarbeit finanziell unterstützt.

2018 überreichten Jugendliche schließlich der Stadt eine Forderung nach einem Jugendhaus mit 200 Unterschriften. Was seither in Gaildorf bis zum Umbau zum Jugendhaus geschah, bezeichnete Dietmar Winter als imponierend. Es habe zwar einiges gekostet, doch es sei eine Investition in die Zukunft. Auch die Vermieter Uschi und Hans-Peter Kaiser waren anwesend und übergaben ein Kuvert.

Gaildorf