Journalisten als Ermittler: Lesung im Brenzhaus

04.10.2014
Drei Terroristen, zehn Morde, viele falsche Fährten: Bei einer Lesung im Brenzhaus geht es um den mutmaßlichen Nationalsozialistischen Untergrund.

Schwäbisch Hall. Das Evangelische Kreisbildungswerk, die KZ-Gedenkstätte Hessental und der VVN/Bund der Antifaschisten laden am Dienstag, 7. Oktober, um 19.30 Uhr zu einer Lesung ins Brenzhaus nach Schwäbisch Hall ein. Vorgestellt wird das Buch "Geheimsache NSU", in dem zehn renommierte Autoren am Beispiel des NSU dokumentieren, wie "wirkliche Aufklärung verhindert wird".

Die Autoren haben sich drei Jahre mit der mutmaßlichen NSU-Mordserie befasst, die Untersuchungsausschüsse sowie den Münchner Prozess beobachtet, sie haben hunderte von Ermittlungsakten ausgewertet und Kontakte zu Insidern gepflegt - etwa zum Ku-Klux-Klan. Vier der zehn Autoren werden in Hall berichten und lesen, unter ihnen auch HT-Redakteur Thumilan Selvakumaran.

Das im Mai erschienene Buch wurde von vielen Medien als ein wichtiges Stück Aufklärungsarbeit gewürdigt. Auf "journalistisch griffige Weise" beschreibe es die Hintergründe des NSU, schreibt etwa die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), und: "Was in diesem Buch steht, lässt sich durchweg belegen."

Für die Südwest Presse liest sich das Buch "streckenweise wie ein Krimi". Es handele sich "allerdings nicht um Hirngespinste". Das Buch lasse schaudern, "weil es mit Fakten operiert, die so haarsträubend sind, wie kein Thriller-Autor sie besser hätte erfinden können", bemerkt der "Stern". Der TV-Sender 3Sat hat erkannt: "Nach der Veröffentlichung sieht die Politik Aufklärungsbedarf." wd

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