Pferdezucht Jetzt räumt Susis Tochter die Preise ab

Gaildorf / Cornelia Kaufhold 13.02.2018

Die Preisrichter haben die Qual der Wahl. Im Ring laufen Ponys, bosnische Kleinpferde, Isländer, New Forest, Haflinger, eine Stute hübscher als die andere. Die Wahl fällt auf die vierjährige Hionda. In fünf Wochen wird sie „ihr erstes, hoffentlich gesundes Fohlen auf die Welt bringen“, sagt Ulrike Ballreich. Ihr Pony hat im September in Marbach einen hohen Titel geholt, freut sich ihre Besitzerin. Wie viele andere hat auch sie mit ihren fünf Pferden im Hänger im Stau gesteckt. „Ich habe eine Stunde in Obersontheim gestanden, wir hatten Blitzeis.“

Fast nur erste Preise

Matthias und Regina Holl haben eine wahre Odyssee hinter sich. Zweieinhalb Stunden haben sie von Herlebach gebraucht. Die Jury hat ihre Friesen nachträglich gerichtet. Sie erhalten wie fast alle Stuten einen ersten Preis. Nur eine Pferdedame bekommt einen zweiten. „A bissle rutschig war’s auf dem Weg von Alfdorf nach Gaildorf“, räumt Heike Köngeter ein. Um sechs Uhr in der Frühe ist sie gestartet. Ihre Tochter Laura hält die Zügel, während sie die Hufe putzt und einfettet. Jetzt glänzen sie satt schwarz. „Edina“ ist zehnfache Mutter, zieht beim Pferdemarkt einen Vierspänner und erntet lobende Worte von den Preisrichtern. Noch ein erster Preis.

Oskar Köngeter züchtet die seinerzeit vom Aussterben bedrohte Rasse der Altwürttemberger. Beim Pferdemarkt sind alle drei Generationen eingespannt und auch bei der Kutschenprämierung mit von der Partie. Marco Köngeter war am Samstag mit einem Landauer zu sehen. Die siebenjährige Laura reitet zum ersten Mal beim Umzug mit.

Mara Steinbrenner aus Unterrot präsentiert ihre Haflingerstute Punki, 12. Annika Pfleiderer führt ihr Kleinpferd durch den Ring. Die Preisrichter beobachten den Gang, beurteilen die Haltung. Am Rand steht Opa Erich. Wenig später hält er den Pokal in den Händen. Ihre Warmblutstute Kalinka wird die Siegerin ihrer Rasse. Es ist der dritte Siegerpokal vom Pferdemarkt in der Sammlung. „Der Opa hat 214 Pokale“, verkündet sein Enkel stolz.

In Ring 5 richtet Heidi Schwörer Kleinpferde. Ihr Kennerblick schweift über die bosnischen Kleinpferde, eine seltene Pferderasse. Sie freut sich über die hübschen Tiere. Die erfahrene Isländerzüchterin bescheinigt Marianne Späh, dass ihre Isländerstuten in hervorragendem Pflegezustand sind. „Sie beweisen mit 23 und 19 Jahren, dass Isländer gesunde, langlebige Pferde sind.“ Und sie sind Modepferde, weil sie leicht zu halten sind, betont Schwörer und bemängelt, dass den Tieren zu wenig Zeit eingeräumt wird, sich zu entwickeln.

„Kommen Sie wieder“

Hans-Peter Hahn und seine Frau Ruth haben zwei bis drei Stunden Zeit für jede Stute investiert, sie zu putzen, ihre Mähne zu waschen, das Fell zu striegeln, die Hufe zu säubern. Im Ring 5 laufen Kaltblutpferde. „Kommen Sie im nächsten Jahr bitte wieder“, verabschiedet Preisrichterin Erika Krämer die Altwürttemberger. Die Jurorin ist Ehrenvorsitzende der IG Kaltblut, einer 150 Mitglieder zählenden Abteilung im Pferdezuchtverband Baden-Württemberg. Sie kennt auch den Stall der Kaltblutsiegerstute Sphinx von Klaus Ebert in Wilflingen. Wie ihre Mutter Susi räumt sie jetzt die Preise ab.

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