Gaildorf Jetzt gibt’s das „BK“-Blechle für alle

Ein historischer Akt: Das erste „echte“ Backnanger Kennzeichen seit 1973 montieren am 2. Dezember 2013 Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper (rechts) und der damalige Rems-Murr-Landrat Johannes Fuchs an Noppers Dienstwagen.
Ein historischer Akt: Das erste „echte“ Backnanger Kennzeichen seit 1973 montieren am 2. Dezember 2013 Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper (rechts) und der damalige Rems-Murr-Landrat Johannes Fuchs an Noppers Dienstwagen. © Foto: Archiv/Landratsamt
Gaildorf / Klaus Michael Oßwald 23.08.2018
Das Kürzel des 1973 aufgelösten Kreises Backnang gilt nicht nur in den Landkreisen Rems-Murr und Börde. Es kann in wenigen Tagen auch vom Haller Landratsamt vergeben werden.

Lokalpatriotisch gestimmte Nostalgiker im Limpurger Land dürften den 1. September herbeisehnen: Ab diesem Datum – nach 45 Jahren und 243 Tagen „ohne“ – dürfen sie nämlich wieder ein BK-Kennzeichen an ihre fahrbaren Untersätze heften. So wie früher, als wesentliche Teile des hiesigen Raumes noch zum Landkreis Backnang zählten und alle im dortigen Landratsamt zugelassene Fahrzeuge mit BK-Kennzeichen unterwegs waren.

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Damit war zum 1. Januar 1973 Schluss: Der Kreis Backnang fiel der damaligen Gebietsreform zum Opfer und wurde aufgelöst, seine Kommunen auf die drei neuen „Großkreise“ verteilt: Rems-Murr mit dem Kürzel WN (für die Kreisstadt Waiblingen), Schwäbisch Hall mit SHA und Ostbalb mit AA (für die Kreisstadt Aalen). Die BK-Tafeln verschwanden langsam von der Bildfläche. Es wurden keine neuen Backnang-Kennzeichen mehr ausgegeben, nur wer ein altes an seinem Fahrzeug angebracht hatte, durfte es behalten.

Und nun ist es amtlich: BK kommt wieder, berichtet das Landratsamt Schwäbisch Hall. In wenigen Tagen dürfen nicht nur Autofahrer aus den früheren Backnanger Kreisgemeinden Gaildorf oder Fichtenberg, Oberrot oder Sulzbach-Laufen wieder ihre Autos, Lastwagen, Motorräder oder Traktoren mit dem BK-Schildle schmücken, sondern jeder Fahrzeughalter im Haller Landkreis.

Möglich wird das durch einen mehrteiligen bürokratischen Akt: Im Oktober 2015 passierte ein von Kreisrat Markus Bock (Freie-Fraktion), Bürgermeister der Gemeinde Sulzbach-Laufen, gestellter Antrag mit knapper Mehrheit den Kreistag: 18 Räte stimmten für BK, 16 waren dagegen, 17 enthielten sich der Stimme. Dem vorausgegangen war ein Signal des Landes, man werde einen entsprechenden Antrag beim Bund stellen, sofern der Kreis Hall dies wünsche.

Nun in drei Landkreisen

Jetzt hat der Bund zugestimmt, und zum 1. September können zum Beispiel Gaildorfer Fahrzeuge wieder mit BK-Schildchen versehen werden. Mehr noch: Autofahrer in sämtlichen 30 Haller Kreisgemeinden dürfen dann wählen zwischen dem bisherigen SHA, dem seit 28. März 2014 wieder ausgegebenen alten CR (für den aufgelösten Kreis Crailsheim) und eben BK.

Damit ist das BK-Kürzel in drei Landkreisen gültig: Seit 1. November 2007 wird es im damals neu gebildeten Börde-Kreis in Sachsen Anhalt verwendet, wo inzwischen sieben verschiedene Kennzeichen kursieren. Im Herbst 2012 schließlich machte sich der Rems-Murr-Kreistag für die Einführung des BK- neben dem WN-Kennzeichen stark. Die Schilder gab es ab dem 1. Dezember 2013. Das erste montierte sich damals Backnangs Oberbürgermeister Frank Nopper an seinen Dienstwagen. Inzwischen sei, wie das Landratsamt in Hall berichtet, „in kooperativer Zusammenarbeit eine Aufteilung gefunden“, was die Kennzeichen-Kombinationen anbelangt – um Doppelungen zu vermeiden. Jedem Landkreis stehe „ein ausreichender Bestand an BK-Kennzeichen zur Verfügung.“

Warum Gaildorf kein eigenes Kennzeichen bekommt

Die Stadt Gaildorf war vorübergehend – von 1934 bis 1938 – zwar Sitz der Verwaltung des „Kreises Gaildorf“ (zuvor Oberamt). Ein eigenes Autokennzeichen indes, etwa „GAI“, hat es nie gegeben. Die Vehikel, die damals im Limpurger Land verkehrten, waren mit dem für einen Teil des früheren Jagstkreises (mit den Oberämtern Aalen, Crailsheim, Ellwangen, Gaildorf und Gerabronn) gültigen „III P“-Code ausgestattet. Das „BK“ gab es erst von 1956 bis Ende 1972, als Gaildorf längst nicht mehr Kreisstadt war.

Ein weiterer Bericht zum Thema BK-Kennzeichen folgt in Kürze.

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