Sanierung der Gaildorfer Parkschule In Sachen Denkmalschutz viele Punkte offen

Gaildorf / KLAUS RIEDER 10.05.2012
Die Ausschreibung der ersten Arbeiten zur energetischen Sanierung der Gaildorfer Parkschule steht an. Doch noch sind - besonders wegen des Denkmalschutzes - viele Punkte dazu offen.

In den Sommerferien, so die Planungen, möchte die Stadt mit der energetischen Sanierung der Gaildorfer Parkschule beginnen (wir berichteten). Etwa 2,1 Millionen Euro soll das Projekt kosten. Beim Sanierungsbeschluss im Jahr 2010 ging der Gemeinderat noch von 1,03 Millionen aus - das war aber bevor das Gebäude unter Denkmalsschutz gestellt wurde. Der erste Abschnitt mit einem Volumen von 800 000 Euro soll jetzt angegangen werden. Zumindest teilweise. Denn, wie einige Arbeiten ausgeführt werden sollen, so die Isolierung der Decke des Pausenhofes, ist noch unklar. Ebenso deren Kosten.

In den ursprünglichen Planungen sollten die Klassenzimmer neue Fenster erhalten. Breit genug, um den heutigen Anforderungen für einen Fluchtweg zu entsprechen. Außen am Gebäude hätte eine Notfalltreppe bis auf die Rasenfläche führen können. Doch die Auflagen des Denkmalschutzes beendeten alle solchen Überlegungen: Die Fensterrahmen (einschließlich der Griffe und aller weiteren Beschlagteile) müssen bleiben. An die Außenfassade darf ohnehin nichts aufgebracht werden, selbst keine Wärmedämmung.

So bleib als Fluchtweg nur den Weg durch die Klassenzimmer, sollte das Treppenhaus und der Flur verqualmt sein. Dazu sollen die Klassenzimmer mit Türen verbunden werden. Die müssen sehr gut gegen Rauch und Schall dämmen. Keine ganz billige Lösung, wie der vom Regierungspräsidium beauftragte Planer Klaus-Jürgen Edelhäuser einräumte: "Solche Türen kosten etwas mehr." Wie viel ist unklar. Ebenso wie gewährleistet werden kann, dass die Türen verschlossen sind, im Notfall aber dennoch zu öffnen. Der Vorschlag, ein Schlüsselkästchen mit Scheibe - die im Notfall eingeschlagen wird, um an den Schlüssel zu kommen - konnte bei einem Begehung der Schule durch den technischen Ausschuss der Stadt nur wenig überzeugen.

Im Gegenteil: "Was bringt Sicherheit, wenn die Räume dann nicht mehr als Unterrichtsraum nutzbar sind", fragte Frank Stettner (Freie). Der CDU-Rat Rainer Baumann drückte es noch deutlicher aus: "Da werden Schulräume zerstört. Dem Denkmalschutz ist es aber egal."

Den weiteren Vorgaben des Denkmalschutzes folgend, müssen die außen angebrachten und nur noch teilweise funktionstüchtigen Sonnenschutzjalousien repariert werden. Für eine wirksame Verdunklung der Klassenzimmer muss eine Lösung im Raum gefunden werden. Ebenso ist eine neue Elektro- und Heizungsinstallation notwendig. Die alten, noch für zweiadrige Kabel ausgelegten Elektroschalter können dabei aber nicht einfach durch moderne Schalter ersetzt werden. Auch darf zur einfacheren Verlegung der Installationen der Fußboden in den Fluren nicht einmal nur teilweise entfernt werden. Die Fließenreihen stehen ebenfalls unter Denkmalschutz, was eine Isolierung des Fußbodens im Flur der ersten Etage nicht leichter macht.

Eine Isolierung der Flurs hin zum Pausenhof ist ohnehin nicht bei allen diskutierten Varianten einer Wärmedämmung vorgesehen. Dabei hatte Schulleiterin Jutta Dannecker besonders darauf hingewiesen, dass der Flurbereich auch immer wieder in den Unterricht mit einbezogen wird.

Für Gemeinderat Heinrich Reh (Freie) sind bei der Sanierung noch viele Punkte offen. Vor allem fehlt ihm ein schlüssiges Konzept. "Das muss aufzeigen, welche Arbeiten innerhalb von sechs Wochen ausgeführt werden können." In den Sommerferien müssen die Arbeiten erledigt werden, die einen geregelten Unterrichtsbetrieb über Gebühr belasten. Antworten darauf sowie wie die Isolierung des ersten Stockes zum Pausenhof hin erfolgen kann und eine Stellungnahme des Denkmalamtes dazu, soll es in einer Sondersitzung des technischen Ausschusses geben.