Die Gemeindeverwaltung von Oberrot will im Zusammenhang mit den laufenden SARS-CoV-2-Impfungen zusätzliche Hilfen anbieten können. Dafür werden Freiwillige gesucht. Ein entsprechender Aufruf wird im Gemeindeblatt veröffentlicht. Das gab Bürgermeister Daniel Bullinger am Montag im Gemeinderat bekannt – und kam damit der Gemeinderätin Katrin Häfner zuvor, die genau das beantragen wollte.
Ihre Erfahrung zeige, so Häfner, dass solche Hilfen dringend notwendig seien. Viele der Über-Achtzigjährigen, die derzeit die höchste Impfpriorität genießen und nicht im Pflegeheim leben, seien schon mit der Anmeldung völlig überfordert. Sie müssen dies entweder online tun, also mindestens über einen Computer mit Internetzugang, oder über eine notorisch überlastete Telefonnummer. Dass sie dies in Eigeninitiative tun müssten, sei ebenfalls bei vielen Senioren noch nicht angekommen.
Auch der Weg zum Impfzentrum in Rot am See, neuerdings auch in Wolpertshausen, ist kein Spaziergang. Die Leute seien nervös und aufgeregt, berichtet die Gemeinderätin, die selbst schon als Impfchauffeurin im Einsatz war, man müsse sie ins Impfzentrum begleiten.
Man habe zu Beginn der Corona-Pandemie mit einem Aufruf zur Nachbarschaftshilfe eine große Resonanz ausgelöst, berichtet Bullinger. Dass dieser Alltagsservice kaum in Anspruch genommen worden sei, spreche für die guten nachbarschaftlichen Verhältnisse in der Gemeinde. Was die Impfungen anbelangt, liegt der Bedarf aber möglicherweise etwas anders. Die Gemeinde hofft deshalb, dass sich Ehrenamtliche finden, die älteren Menschen bei der Anmeldung zur Impfung helfen und gegebenenfalls auch Fahrt und Begleitung zum Impfzentrum übernehmen.
Das sei als ergänzendes Angebot zu verstehen, betont Bullinger. Man wolle damit vor allem jenen Menschen helfen, die ohne eine solche Unterstützung überfordert wären, die nicht von Angehörigen betreut werden und auch die Fahrt zum Impfzentrum selbst organisieren müssten, weil diese nicht von den Kassen übernommen werde.
Was die Infektionszahlen anbelangt, hält sich die Verwaltung bedeckt. Die Gemeinde galt aufgrund hoher Inzidenzzahlen vorübergehend als statistischer Hotspot . Man wolle einzelne Fälle aber nicht kommentieren, sagt Hauptamtsleiter Martin Hofmann. Die Verwaltung erhalte nur dann Kenntnis von konkreten Infektionen, wenn sich die Betroffenen von selbst melden, sie werde nicht automatisch informiert.

Schwäbisch Hall

Heime bisher nicht betroffen

Von den Bewohnerinnen und Bewohnern der örtlichen Pflege- und Seniorenheime wurde bisher keine Infektion gemeldet. Lediglich eine Mitarbeiterin, hat Gemeinderat Uli Roll erfahren, sei bisher positiv getestet worden. Die Verwaltung bestätigt: Die Seniorenheime seien bisher verschont geblieben, freut sich Bullinger und hofft, dass es so bleibt: „Toi Toi Toi!“

Info


Wer sich ehrenamtlich in der Oberroter Nachbarschafthilfe betätigen möchte, kann sich bei Pfarrer Andreas Balko registieren lassen. Telefon: 0 79 77 / 2 36,  E-Mail: oberrot@evangelisch-in-hohenlohe.de.