Gaildorf Im Land der Märchenschlösser

GERLINDE BURKHARDT 20.10.2015
Nicht ganz so allein auf weiter Flur wie es die Gaildorfer Albvereinler sonst oft sind, waren sie in der Ferienregion der Füssener Seenplatte.

Bei der viertägigen Wanderfahrt ins Ostallgäu kamen die Gaildorfer Albvereinler mit Touristenströmen nur kurzfristig in Kontakt. Wie voraussehbar tummelten sich vor allem am Wanderziel des dritten Tags um Schloss Neuschwanstein und Hohenschwangau Touristen aus aller Welt sowie Wochenendausflügler auf der Saloberalpe oberhalb Pfrontens am Tag der Deutschen Einheit. Der blaue Himmel und strahlender Sonnenschein an den ersten drei Tagen waren ein Geschenk, der verregnete Abfahrtssonntag erleichterte den Abschied von der Landschaft mit grünen Wiesen, sanften Hügeln, Seen, Ruinen, Märchenschlössern und schroffen Felsen, wovon man weite Blicke auf eben diese auf sich wirken lassen konnte. Ingeborg Böttcher, Klaus Weber und Johannes Burkhardt hatten vier Tage pures Wandervergnügen ausgeklügelt, die den unterschiedlichen Wanderansprüchen gerecht werden sollten und viele Facetten der Landschaft aufzeigten. So dominierte den ersten Tag die Voralpenlandschaft um das Standquartier Seeg mit Seen, Ruinen und Almen.

Der zweite Tag öffnete nach der Auffahrt zum Tegelberg Einblicke in die Ammergauer Alpen, auf denen man das 1000 Höhenmeter tiefer gelegene und einige Wanderstunden entfernte Schloss Neuschwanstein anwanderte. Auch die Kurzwanderer schwärmten von ihrer Tour um Schwansee, Kalvarienberg, Alpenrosenweg und Alpsee. Am dritten Tag traf man wieder auf Spuren des Bayernkönigs Ludwig II. auf der Ruine Falkenstein. Hier sollte ein weiteres Märchenschloss realisiert werden, doch es blieb beim Lieblingsausblick des "Kini" an den Mauerresten der einstigen Burg. Wanderziel war Füssen, die "romantische Seele Bayerns". Der vierte Tag sollte in die Tannheimer Berge gehen, was die schlechte Witterung vereitelte. Die Breitenbergbahn stand still. So lernten die Gaildorfer als Ersatz das Walderlebniszentrum bei Füssen mit dem monumentalen Baumwipfelpfad kennen, genossen die bayerische Küche in einer Schankwirtschaft, durch deren Fenster die frisch "eingezuckerte" Zugspitze in der Ferne grüßte und kehrten etwas früher als geplant beeindruckt und gut erholt nach Hause zurück.