Von Westen her fließt der Fronbach durch Oberrot. Im Bereich „Am Seeweg“ ist er kurz verdolt, ein paar Meter weiter verschwindet er dann unter dem markanten Amtshaus, taucht östlich der Rottalstraße aber wieder auf und mäandert durchs Quartier. Viel Grün und einige kleine Brückchen schaffen dort ein bemerkenswertes Flair. Hernach biegt der Fronbach gen Süden ab und sprudelt dann am Dorf entlang hinab zur Rot.

Auch an die Fische ist gedacht

Dort wird die Gemeinde nun eingreifen, den Fronbach auf einer Länge von 40 Metern nach Norden verlegen, im weiteren Verlauf westlich des Baches einen Damm errichten und eine Fläche östlich der Einmündung um etwa 50 Zentimeter absenken. Im Bereich der Einmündung wird eine vorwiegend privat genutzte Holzbrücke verschwinden, und auch an die Fische, die möglicherweise von der Rot aus den Fronbach hinaufschwimmen möchten,  ist gedacht

152 000 Euro wird die Gemeinde in diese Hochwasserschutzmaßnahme investieren und damit auch eine Auflage erfüllen, die durch den Bau der nördlichen Entlastungsstraße nötig wurde. Die Straße und das Unterführungsbauwerk in der Rotaue haben den Grad der Versiegelung deutlich erhöht, was wiederum Auswirkungen auf den Wasserspiegel der Rot hat. Gleichzeitig nutzt die Gemeinde die Gelegenheit, den Hochwasserschutz entlang des Fronbachs auf den Stand eines hundertjährigen Hochwassers (HQ 100) zu bringen. Im weiteren Verlauf der Rot in Richtung Hausen ist das bereits geschehen.

Der Gemeinderat hat am vergangenen Montag den aktuellen Planungsstand zur Kenntnis genommen und der Ausschreibung zugestimmt. Baubeginn wird voraussichtlich im August sein. Wegen naturschutzrechtlicher Vorgaben wäre das Zeitfenster für die Maßnahme zunächst nur bis 30. September 2017 geöffnet gewesen, in Abstimmung mit dem Landratsamt konnte diese Frist aber nun bis Ende November verlängert werden. Da der Hochwasserschutz Bestandteil des Genehmigungsverfahrens der Nördlichen Entlastungsstraße ist, rechnet die Gemeinde mit einem Landeszuschuss in Höhe von etwa 60 Prozent der förderfähigen Kosten.

Vorheriges Konzept verworfen

Die Voraussetzungen für den jetzigen Beschluss wurden im Juli 2016 geschaffen. Damals beauftragte der Gemeinderat das Büro LK&P mit der Ausführungsplanung und der Beantragung eines wasserrechtlichen Gesuchs. Die Verwaltung erhielt den Auftrag, mit dem angrenzenden Grundstückseigentümer zu verhandeln. Ein vorher erstelltes Konzept musste verworfen werden, weil die dafür nötige Fläche nicht mehr zur Verfügung stand.

Zwischenzeitlich liegt die Baugenehmigung vor und auch mit dem Grundstückseigner ist man sich einig. Er wolle das angrenzende Seniorenheim erweitern, heißt es im Protokoll der Gemeinderatssitzung. Beide Baumaßnahmen würden allerdings zeitlich getrennt durchgeführt. Zunächst werde man die Hochwasserschutzmaßnahme realisieren.

Neu im Konzept ist die Retentionsfläche, die durch die Absenkung des Geländes östlich der Einmündung entstehen wird. Sie war im Juli 2016, als noch mit Kosten in Höhe von 118000 Euro gerechnet wurde, nicht eingeplant. Sie ist als Ausgleichsmaßnahme für den Dammbau gedacht und dient gleichzeitig der Erreichung des HQ-100-Standards.

Bereits im April hatte Bürgermeister Daniel Bullinger per Eilentscheid die für die Maßnahme notwendige Baugrunduntersuchung sowie das Beweissicherungsverfahren in Auftrag gegeben. Letzteres ist eine Art Bestandsaufnahme der bestehenden Bauwerke. Sie wird gebraucht, um später zwischen möglichen baubedingten Schäden und anderen Schadensursachen zu unterscheiden. Die Vergabe per Eilentscheid hatte sich angeboten, weil im Gewerbegebiet Vorderer Stiersbach bereits eine Baugrunduntersuchung in Auftrag gegeben worden war.

Die Baugrunduntersuchung kostet 5313 Euro, für die Beweisssicherung werden weitere 1154 Euro fällig. Der Gemeinderat nahm die Eilentscheidung zur Kenntnis und stimmte nachträglich zu.