Gaildorf Ihr Hobby ist der Gottesdienst

Prädikantinnen und Prädikanten mit den Pfarrerinnen und Pfarrern des Dekanats Gaildorf.
Prädikantinnen und Prädikanten mit den Pfarrerinnen und Pfarrern des Dekanats Gaildorf. © Foto: Andreas Balko
Gaildorf / Andreas Balko 11.07.2018
Ohne den Dienst der Prädikanten müsste mancher Gottesdienst ausfallen, wenn Pfarrerinnen und Pfarrer verhindert sind. Am Sonntag stehen diese Ehrenamtlichen im Dekanat Gaildorf im im Mittelpunkt.

Dorothee Leister ist 53 Jahre alt und arbeitet als Referentin für Kommunikationsmanagement in der Bausparkasse. Seit 2002 wohnt sie in Michaelbach/Bilz. Ihre Hobbys spielen sich allesamt im kirchlichen Bereich ab. So ist sie etwa für den Gemeindebrief verantwortlich, engagiert sich im Kirchengemeinderat und singt im Gospelchor.

Mit 74 Jahren ist Heinz Feuchter seit rund 15 Jahren im Unruhestand. Von Beruf war er Gießereimeister. Singen ist seine große Leidenschaft. Dieses Hobby verwirklicht er im Männergesangverein und im Kirchenchor. Zehn Jahre lang hat er den katholischen Kirchenchor in Hausen dirigiert, und wenn Not ist, hilft er noch aus. Außerdem leitet er die Initiative „Gemeinsam in Bewegung“ in Ottendorf und Eutendorf.

Was Dorothee Leister und Heinz Feuchter verbindet, ist die gemeinsame Liebe zum Gottesdienst und das Engagement als ehrenamtliche Predigerin und Prediger. Beide gehören zu den derzeit 15 Prädikantinnen und Prädikanten im Dekanat Gaildorf. Am vergangenen Sonntag gestalteten viele von ihnen zusammen mit den Pfarrerinnen und Pfarrern Gottesdienste in den Gemeinden.

17 Prozent der Arbeit gemacht

Anlass war der Bezirksprädikantentag im Kirchenbezirk, der die Bedeutung des Prädikantenamtes hervorheben soll. Letztes Jahr hatten die ehrenamtlichen Prediger 17 Prozent von 941 Gottesdiensten in den Gemeinden des Kirchenbezirks übernommen.

Auf die Idee, sich als Prädikantin zu engagieren, kam Dorothee Leister während der Vakatur in ihrer Gemeinde. In dieser pfarrerlosen Zeit zwischen dem Weggang von Ulrich Enders und der Neubesetzung durch das Pfarrerpaar  Christine und Henrik Watermann ist ihr bewusst geworden, wie wichtig die ehrenamtlichen Predigerinnen und Prediger sind. Auch merkte sie, dass es mehr von ihnen braucht. Deshalb stellte sie sich für den Dienst zur Verfügung, nachdem sie dafür angefragt worden war. Nächste Woche schließt sie ihre Ausbildung ab, die Bibelarbeit, Einführung in Gottesdienst und Gesangbuch, Predigtbearbeitung, Predigtübungen und Sprecherziehung beinhaltet hat. Zur Seite stand ihr auch eine Mentorin, die ihr Rückmeldungen gab.

Für Dorothee Leister war es eine wertvolle Zeit, die sie nicht missen möchte. „Man lernt viel bei der Ausbildung und bekommt ein qualifiziertes Feedback“, sagt sie. Sie fühlt sich nun gut gerüstet für die Ausübung des Prädikantendienstes. Im Gegensatz zu ihr ist Heinz Feuchter bereits ein alter Hase, denn er ist schon rund zehn Jahre lang ehrenamtlicher Prediger. Anlass war für ihn der Eintritt in den Ruhestand und der Wunsch, noch etwas Sinnvolles zu tun.

Gespräche über Gott

Dass er bei seinen Gottesdiensten Menschen im ganzen Kirchenbezirk begegnet, gefällt ihm besonders. Er genießt auch die Gespräche, die sich oft nach dem Gottesdienst ergeben. Wenn er die Augen der Gottesdienstbesucher leuchten sieht, dann weiß er, warum er Prädikant ist. Bei bis zu rund 30 Gottesdiensten, die er in den Gemeinden des Dekanats im Jahr hält, bleibt es nicht aus, dass er manchen Gottesdienstbesucher auch im Solebad trifft. Und auch da ist er aufgeschlossen für Gespräche über Gott und die biblische Botschaft. Nach den partnerschaftlich gestalteten Gottesdiensten am letzten Sonntag trafen sich die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Prediger jeweils mit Partnern in Bühlertann zum gemeinsamen Mittagessen. Bei gutem Essen kam man zwanglos miteinander ins Gespräch, lernte sich besser kennen und tauschte Erfahrungen aus. Ansonsten gibt es ja eher wenig Gelegenheiten, wo sie alle zusammenkommen. Der Kontakt beschränkt sich oft auf eine E-Mail oder ein Telefonat zum Zweck der Weitergabe von Liedern und Schriftlesung. Die Einsätze selbst werden durch die Dekanatssekretärin Ingrid Balko organisiert.

Dekan Uwe Altenmüller und Prädikantensprecher Eberhard Schneider würdigten in Grußworten die Arbeit der ehrenamtlichen wie auch der beruflichen Verkündiger. Mit einem Reisesegen in der angrenzenden katholischen Kirche und einem Gruppenbild klang die gelungene Begegnung aus.

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