Chaos auf den Straßen, den Schienen und im Luftverkehr – die Folgen der Schneefälle im deutschen und österreichischen Alpenraum sind eines der bestimmenden Themen der vergangenen Tage. Auch im Limpurger Land hat es am vergangenen Wochenende kurz, aber heftig geschneit. Viel übrig ist von der weißen Pracht allerdings nicht mehr. Eine Wettersituation, die den Skilift-Betreibern in der Region naturgemäß nicht gefällt. Und die den Skibetrieb sowohl in Gschwend als auch in Gaildorf bisher nicht ermöglicht. Das könnte sich nun ändern: Für die kommenden Tage sagen Meteorologen Schneefälle voraus.

In Gschwend gibt es am Gemeindeberg zwei Lifte: einen Schlepplift und eine Anlage für Kinder. Betreiber und Besitzer des Lifts sind seit 2004 die TSF Gschwend. Gebaut hat ihn die Familie Hirth – zum ersten Mal gelaufen ist er im März 1971, wie Heinz Förstner, Mitglied des Skilift-Teams bei den TSF, erzählt. Der reguläre Schlepplift führt über eine Länge von 360 Metern nach oben. Dort wählen die Wintersportler zwischen der schwarzen Abfahrt, der Familienabfahrt und der Buckelpiste. Die längste Piste ist mit etwa 450 Metern die Familienabfahrt.

Pro Schicht sind für den Gschwender Wintersportbetrieb fünf Helfer nötig. Drei weitere betreuen den Kinderlift. Alle Helfer sind ehrenamtlich aktiv und in der Regel TSF-Mitglieder. Für den Aufbau der Anlage zwischen Ende Oktober und Anfang November sind an zwei Samstagen rund zehn bis 15 Helfer im Einsatz.

Wechselhafte Jahre

Diesen Winter hat der Gschwender Lift noch keine Wintersportler zu den Abfahrten befördert. „Wir brauchen einen gefrorenen Boden, das ist die Grundlage. Gibt es den nicht, kann die Bodenwalze nicht darüberfahren“, erklärt Förstner. Ob sich das noch ändern wird? „Wir sind nicht nervös, wenn es noch nicht weiß ist. Oft hatten wir im Februar und März noch richtig Skibetrieb“, bleibt Förstner optimistisch. Er spricht von wechselhaften vergangenen Jahren: Im Jahr 2005 gab es mit 43 Gschwender Skitagen einen „absoluten Rekord“, in anderen Jahren lief der Lift dagegen an drei bis vier Tagen. „In der Regel gibt es etwa zwei Wochen Skibetrieb pro Winter.“ Ein Negativbeispiel liefert der vergangene Winter: Zum vierten Mal in der Gschwender Skilift-Geschichte war über den gesamten Winter kein Skibetrieb möglich.

„Über die Jahre gesehen wird es schwieriger“, meint Förstner. Um die Kosten zu decken, müsse der Lift pro Winter mindestens eine Woche lang laufen. „Mit jedem weiteren Tag kommt natürlich weiteres Geld rein. Wir müssen ständig investieren. In den vergangenen Jahren haben wir sukzessive daran gearbeitet, dass der Lift in Schuss bleibt“, erklärt er. Vor fünf Jahren seien die Masten saniert worden, in den Sommern vor drei und vier Jahren sei die Flutlichtanlage dran gewesen. Hintergrund: Jedes Jahr im November gibt es eine TÜV-Abnahme für den Liftbetrieb, bei der gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsstandards überprüft werden. „In den letzten Jahren sind wir immer ungestraft durchgekommen“, blickt Förstner zurück.

Im Gegensatz zur Gschwender Anlage werden am Gaildorfer Kirgel Niedrigseil-Lifte eingesetzt. Einer der von der Skiabteilung des TSV Gaildorf betriebenen Lifte führt über etwa 220 Meter zum Turm am Kirgel, einer führt über rund 160 Meter zum ersten Drittel. Zudem gibt es einen etwa 80 Meter langen Kinderlift ohne Bügel. Die Abfahrt vom Turm am Kirgel ist gut 250 bis 300 Meter lang.

Für den Anlagenaufbau Anfang November waren etwa 15 Helfer im Einsatz. Bei Betrieb ist für jeden der Lifte ein Helfer am Einstieg nötig. Das war in der aktuellen Saison noch nicht der Fall. „Dazu muss es schneien. Ich glaube immer daran“, schätzt Josef Meinlschmidt von der Skiabteilung des TSV Gaildorf die Situation ein und ergänzt: „In den Ferien ist es am schönsten, dann können die Kinder fahren.“ Bei normalem Wetter spricht sein Abteilungskollege Gustav Huber von zehn bis 15 Skitagen pro Saison – im vergangenen Winter gab es gar keinen. Nach den jüngsten Wintern ist er mit sieben bis acht Tagen „schon froh“. „Wenn es am Samstag nicht geregnet hätte, hätten wir fahren können. Wir müssen den Lift nur einschalten“, so Huber.

Wie der fehlende Schnee die Finanzen beeinflusst? Die Versicherung müsse jedes Jahr bezahlt werden – hinzu komme alle zwei Jahre die TÜV-Abnahme. Huber: „Wenn kein Schnee fällt, haben wir ein Minus.“ Gute und schlechte Jahre müssten sich gegenei­nander aufrechnen.

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