Fichtenberg Heimat erlebbar gemacht

Fichtenberg / Brigitte Hofmann 18.05.2018
Für die Fichtenberger Viertklässler steht Ortskundeunterricht auf dem Lehrplan. Die Heimatforscherinnen Birgit Bayer und Inge Ockert unterstützen Klassenlehrerin Iris Harr dabei.

Ortskundeunterricht kann ganz schön spannend sein. Besonders dann, wenn der Bürgermeister den Lehrer spielt und er allen einen Stempel auf die Hand drückt. Die Fichtenberger Viertklässler wissen jetzt, dass eine Fichte und sechs Berge das Gemeindewappen schmücken. Der Ort, die Menschen und alte Handwerksberufe kennenlernen, ist als festes Element im Lehrplan verankert. Unterstützung bekam Klassenlehrerin Iris Harr von den beiden Heimatforscherinnen Birgit Bayer und Inge Ockert, die sich mit großer Leidenschaft um die Aufarbeitung der Ortsgeschichte bemühen. Einer theoretischen Einheit im Klassenzimmer folgte die kleine Exkursion in den Ort. Und dabei hatten die Schüler mächtig Glück, denn noch eine halbe Stunde zuvor hatte es wie aus Kübeln geschüttet.

Erste Station war die Schuhmacher-Werkstatt von Hermann Weidner in der Erlenhofer Straße 16. Doch da hieß es zuerst mal singen: „Wer will fleißige Handwerker seh’n … Poch, poch, poch, der Schuster schustert zu das Loch.“ Das vorgezeigte Fußgelenk stieß auf Interesse, auch das Leder für die Sohlen.

Besuch beim Dorfschmied

Als Hermann Weidner als Anschauungsmaterial dann auch noch silberne High Heels in die Höhe hielt, waren besonders die Mädchen begeistert. „Oh, ah, die sehen toll aus“, kam es wie aus einem Munde. Der Schuhmacher erzählte, dass der alte Handwerksberuf heute beinahe ausgestorben sei und häufig Schuster an den Eingängen zu Großmärkten diese Arbeit übernehmen. Für eine nette Überraschung sorgte Heide Weidner, als sie zum Abschied Apfelschnitze reichte.

Ein paar Meter weiter Richtung Marktplatz war in früheren Zeiten die Dorfschmiede mit Hausnamen Schockenschmied. Hier warteten der mobile Hufschmied Helmut Ehle aus Glashofen und Wolfgang Fritz von der benachbarten „Krone“ mit den Pferden Samy und Natinka. Die bekamen die Hufe geputzt, sauber ausgeschnitten und neu beschlagen. Dazu musste der Hufschmied sein Feuer im Autoanhänger anwerfen, um das Hufeisen heiß zu kriegen.

Allerdings ließen sich die Schüler von den Pferden ganz leicht ablenken und bestimmt hätten manche gern ihr Pausenvesper an die Tiere verfüttert. Gestärkt mit vielen neuen Eindrücken traten die Viertklässler schließlich den Rückweg an.