Gaildorf Haus für betreutes Wohnen eingeweiht - Bürgermeister kommt trotz vieler Termine

Gaildorf / ALINA REHMANN 23.07.2014
Organisatoren und Helfer durften sich über ein volles Haus zur Eröffnungsfeier und durchweg positive Resonanzen für ihr Projekt "Betreutes Wohnen" freuen. Es war ein gelungener Nachmittag.

Am Sonntagnachmittag war es endlich so weit: Das Haus "Lichtblick" öffnete als Einrichtung für betreutes Wohnen offiziell seine Pforten. Das musste gebührend gefeiert werden.

Viele Jahre lang diente es den älteren Schwestern der Großheppacher Schwesternschaft als "Feierabendheim", bis das Haus im Frühjahr durch Zufall zum Gegenstand eines in Gaildorf einmaligen Projektes auserkoren wurde.

Bei einem Spaziergang mit ihrem Mann wurde die Gaildorfer Adventistin Cornelia Dähmlow auf das zum Verkauf stehende Haus aufmerksam. Die zentrale Lage in der Schulstraße, die Größe des Hauses und der schöne Garten schienen ihr bestens für die alltäglichen Bedürfnisse und Wünsche älterer Menschen geeignet, die betreut aber dennoch selbstständig ihren Lebensabend verbringen wollen.

Von ihrem Vorschlag "Betreutes Wohnen" angetan erwarb die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Frühjahr das Gebäude. Nach einigen Umbauarbeiten, beispielsweise der Einrichtung barrierefreier Duschen, sind einige Gäste bereits eingezogen.

Trotz eines vollen Terminkalenders ließ es sich selbst Bürgermeister Ulrich Bartenbach nicht nehmen, mit seiner Frau an der Eröffnungsfeier teilzunehmen und den Beteiligten ein paar gute Wünsche mit auf den Weg zu geben. Er sei glücklich über die neue Funktion des Gebäudes und empfinde das betreute Wohnen als eine Bereicherung für die Stadt.

Ebenso wie er äußerten sich alle anderen Redner, darunter der örtliche Prediger der Adventgemeinde und stellvertretende Bauherr Markus Czettl, stolz über die neue Seniorenresidenz. Peter Schmaderer, Vorstand der Großheppacher Schwesternschaft, schilderte auf humorvolle Weise mit kleinen Anekdoten aus der Vergangenheit die Geschichte des Gebäudes, das sich rund 80 Jahre im Besitz der Schwesternschaft befunden hat. Der Kauf damals habe sich bis heute gelohnt, bemerkte er freudig.

Einige der Großheppacher Schwestern wohnten der anschließenden feierlichen Schlüsselübergabe durch den stellvertretenden Bauherrn an die zukünftige Leiterin Cornelia Dähmlow mit einem lachenden und einem weinenden Auge bei. Einerseits freuten sie sich über den gelungenen Umbau, andererseits hatten sie nur ungern dieses Heim verlassen, das ihnen immer ein schönes Zuhause gewesen war. Sichtlich gerührt drückte Initiatorin Cornelia Dähmlow ihre Freude und Dankbarkeit für alle Unterstützer und Helfer aus. Dabei hob sie besonders die Handwerker hervor, ohne deren Fleiß und Talent das alles nicht möglich gewesen wäre.

Auch Erhard Biró, Vorsteher der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg, war eigens zu den Feierlichkeiten angereist, um die Festansprache zu halten und das darauffolgende Weihegebet zu sprechen. Er begeisterte sich für das Haus als einen Ort der Liebe und Geborgenheit, an dem Licht, Leben und Hoffnung herrschen sollen und an dem Menschen sowohl sich gegenseitig als auch Gott begegnen können. Biró erbat sich von Gott eine Perspektive für die Gäste des Hauses, einen Neuanfang und keine "Endstation".

Mit viel Leidenschaft trugen die Kapelle "Adventus Brass" sowie die drei talentierten Musikerinnen Anke Nicklaus-Blümke (Klavier), deren Tochter Hannah (Violine) und Gertrud Nösner (Klavier) ihre Stücke vor. Die Feier endete mit dem bekannten altirischen Reisesegen "Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen", meisterhaft von "Adventus Brass" zum Besten gegeben.

Noch eine Weile saßen die Gäste bei Kaffee und Kuchen in persönlicher und ungezwungener Atmosphäre zusammen. Die Zeit der Begegnungen war bereits angebrochen.

Gemeinschaftshaus für Jung und Alt

Kein Abstellgleis Für die ehrenamtliche Leiterin und Ansprechpartnerin im Haus "Lichtblick", Cornelia Dähmlow, ist die Einrichtung kein Abstellgleis für alte Menschen, sondern ein Gemeinschaftshaus für Jung und Alt, ein Lichtblick eben. Schwärmerisch erzählt sie von gegenseitiger Unterstützung und von Verständnis - nach dem Motto "Was einer nicht kann, das kann der andere für ihn". Viele Senioren blühten hier regelrecht auf, fügt sie strahlend hinzu. Auch Kinder und Familien seien willkommen.

SWP