Untergröningen Handarbeit mit regionalen Wurzeln

Untergröningen / Rainer Kollmer 12.09.2018
Das beliebte Fest in Schloss Untergröningen lockt am Sonntag mit Handwerk, Kunst und Kulinarik wieder zahlreiche Besucher an.

Edith und Jürgen Wannags vom Heimatmuseum Untergröningen hatten zusammen mit vielen Helferinnen und Helfern wieder großartige Planungsarbeit geleistet. Schattige Sitzplätze im Schlosshof, dazu Musik mit Birgit Riek und Günter Eckert luden zum Verweilen ein. Die von Günter Eckert verfasste Hymne, nach der Untergröningen „klasse isch“, läutete den bunten musikalischen Reigen am Sonntag ein. Natürlich war auch für zünftige Verpflegung gesorgt.

Besondere Aufmerksamkeit erfuhren die Klöppelarbeiten der Damen vom Deutschen Klöppelverband unter Führung von Christa Daiss. Sogar Besucher mit „zwei linken Händen“ wurden zu kleinen Klöppelversuchen animiert. Das Museum präsentiert im Rahmen einer Sonderausstellung gegenwärtig zahlreiche Produkte dieser kunstvollen Handarbeit, die in Abtsgmünd seit 1945 mit Familie Forster aus dem Sudetenland über besondere regionale Wurzeln verfügt.

Bemerkenswert waren auch die ausgestellten Töpferarbeiten und Dokumente des „Häfners“ Karl Wild vom Wildenhäusle bei Pommertsweiler. Der Töpfer verstarb 1990 mit 91 Jahren und war in der Bundesrepublik der Letzte seines Standes, der noch ohne Strom auskam und den Brennofen mit Holz beheizte. Zu bestaunen war beispielsweise ein „Saurüssele“, in dem der württembergische Sonntagsbraten früher gegart wurde. Sogar eine Tülle fürs Ausleeren von überflüssigem Fett hatte Häfner Wild seinerzeit geformt.

Die Verkaufs- und Präsentationsstationen bereicherten das Fest. Fossilien aus den Seitentälern des Kochers, Schmuck, ein Bücherangebot oder Eis vom Bauernhof waren im Angebot. Gestricktes und Gehäkeltes der Landfrauen, etwa reizvolle Sektkorkenfiguren von Frigga Bäurle, fanden viel Beachtung. Wie zu hören war, wollen die Landfrauen den Verkaufserlös der Loan-­Stiftung zukommen lassen. Im Schlossgraben waren neben weiteren Anbietern auch der Naturschutzbund und der CVJM vertreten. Für eine kurze Rundfahrt durch die „Kolonie“ beim Schloss stand zur Abwechslung auch noch ein munteres Ponygespann der örtlichen Brauerei bereit.

Info

Die Loan-Stiftung setzt sich unter anderem dafür ein, Kindern aus abgelegenen Regionen in Nordvietnam, besonders Kindern ethnischer Minderheiten, eine selbstbestimmte Zukunft zu ermöglichen. Dabei werden Schulen finanziell unterstützt, sodass Lehrmittel, Unterkünfte und Nahrung zur Verfügung gestellt werden können.

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