Gaildorf Nach vier Jahren Pause wieder Traditionsfest

Im nächsten Jahr will die DLRG wieder mit dabei sein und die Gäste mit ihrem Floß von Gaildorf nach Münster und retour über den Kocher schippern. An den Anlegestellen in Gaildorf und Münster bewirten die Vereine, es gibt Musik und Unterhaltung, abends ein Flößerfeuer und ein Feuerwerk.
Im nächsten Jahr will die DLRG wieder mit dabei sein und die Gäste mit ihrem Floß von Gaildorf nach Münster und retour über den Kocher schippern. An den Anlegestellen in Gaildorf und Münster bewirten die Vereine, es gibt Musik und Unterhaltung, abends ein Flößerfeuer und ein Feuerwerk. © Foto: arc
Gaildorf / Cornelia Kaufhold 05.07.2018
Gaildorf feiert vom 20. bis 22. Juli sein Traditionsfest.  Elf Vereine sind mit im Boot, und erstmals die Limpurger Flößerzunft. Sie zimmert zurzeit das Wasserfahrzeug.

Jürgen Köhnlechner bedauert. Auf die Schnelle, so der Vorsitzende der DLRG, könne sein Verein kein Floßfest stemmen. „Dafür brauchen wir ein halbes Jahr Vorlauf. 50 Helfer benötigen wir für das dreitägige Fest, 20 Mann allein zum Aufbau des Floßes“, erklärt Köhnlechner. Rettungsschwimmer könne er stellen, mehr sei nicht drin. Gaildorf feiert ein Floßfest also ohne Floß. Das wäre ein Novum in der Tradition des Festes, das die DLRG erstmals 1973 ausrichtete.

Doch dann besinnen sich die Stadt und der Verein Stadtmarketing als Veranstalter auf die Limpurger Flößerzunft. Der vor sechs Jahren gegründete, 30 Mitglieder zählende Verein will die Flößertradition Gaildorfs und des Limpurger Landes lebendig werden lassen, konnte bislang allerdings mangels Unterstützung keine Fahrt aufnehmen. Markus Zaklikowski, Initiator des Vereins, hat das Angebot der Stadtverwaltung, beim Floßfest mitzumachen, deshalb gerne angenommen. Seit Samstag zimmern fünf Männer der Flößerzunft auf der Kocherwiese an dem Wasserfahrzeug, das an den drei Festtagen mit viel Muskelkraft kocherauf- und -abwärts bewegt wird. „Wir sind ein gutes Team, das kriegen wir hin“, ist Markus Zaklikowski zuversichtlich. Er könne aber noch „ein paar Mann“ fürs Festwochenende gebrauchen. Das Floß wird 20 Passagiere befördern können, das der DLRG fasst 50.

Das neue Stadtfest

Bürgermeister Frank Zimmermann ist es „ein besonderes Anliegen, dass es das Floßfest 2018 wieder gibt“. 2016 fiel es ins Wasser, weil der Kanuclub mangels Personal ausfiel und deshalb die zweite Anlegestelle, die Münsterwiese, nicht bespielt werden konnte. „Wir wären leer zurückgefahren und das rechnet sich für uns nicht“, argumentiert Köhnlechner im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch dieses Jahr wird es keine zweite Anlegestelle geben. Das Fest spielt sich in Gaildorf ab, die Flößer wenden ihr 7,60 Meter langes Gefährt auf dem Fluss nach zehn, 15 Minuten Fahrt.

Zaklikowskis Idee, die Haller Sieder zum Floßfest einzuladen, hat die Stadt spontan aufgegriffen. Sie werden erstmals dabei sein, samt Siedepfanne. Die Limpurger Flößer wollen das alte Handwerk vorführen und am Sonntag Baumstämme von Münster nach Gaildorf flößen, wo ein Pferdegespann darauf wartet, sie aus dem Wasser zu holen. „Wir freuen uns brutal auf die Vorführung, es wird das erste Mal sein, dass sie bei einem Floßfest gezeigt wird“, sagt Zaklikowski.

„Das Floßfest soll in diesem und den folgenden Jahren das neue Stadtfest Gaildorfs im Sommer werden. Denn eine Festveranstaltung der Stadt mit Strahlkraft ins ganze Limpurger Land fehlt im Sommer bislang, daher soll das Floßfest entsprechend dem Pferdemarkt im Winter in Kooperation mit den örtlichen Vereinen neue Strahlkraft entwickeln“, so Zimmermanns Konzept. Die Stadt plant für Freitagabend eine Lasershow im Schlosspark, für Samstagabend ein Lichterfest, eine Feuershow und ein Feuerwerk und für Sonntag einen Familiennachmittag. Elf Vereine sind diesmal mit im Boot, neben der Flößerzunft der Schützenverein, der TSV, der Fischereiverein, die griechische Gemeinde, die DLRG, das DRK. Als Sponsoren hat die Stadt die VR-Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim, die Firma Bott und die Unternehmensgruppe Rommelag gewonnen. Für die Musik sorgen der Musikverein Gschwend und die Ottendorfer Band No Silence on Sunday.

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