Aktuell befindet sich wieder eine Schülergruppe aus Gaildorf in Arusha in Tansania. Sie sind Gäste der King’ori Secondary School, das einen Austausch mit dem Schenk-von-Limpurg-Gymnasium pflegt. Nachfolgend ihr Bericht:

 

Der Erfahrungsaustausch mit Tansania ist ein „ganzheitlicher“. Neben dem Kennenlernen des Landes, der Bevölkerung, der Lebensbedingungen, des Schulsystems steht auch Projektunterricht auf dem Stundenplan. Konkret: In gemeinschaftlicher Arbeit wird ein Mensagebäude für die Schülerinnen und Schüler der King’ori Secondary School errichtet.

Die letzte Gruppe verkündete: „Wer will fleißige Handwerker sehn, der muss nach King’ori gehen.“ Wir haben uns das Motto „Schaffa, schaffa, Häusle baua“ ausgesucht. Der Unterricht kommt dabei keinesfalls zu kurz. Aber der Reihe nach:

Mit Blumen empfangen

Nach knapp einem Tag Anreise kommt die siebenköpfige Gruppe aus Gaildorf im „sau-heißen“ Tansania an. Aktuell sind es 30 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit. Am Kilimandscharo Airport werden wir von unseren Austauschschülern mit selbst gemachten Blumenketten und Rosen empfangen. In einem etwas überfüllten Auto (zwölf Leute in einem Siebensitzer) fahren wir im Schritttempo zu unserer Unterkunft. Nach einem typisch tansanischen Essen in einer lokalen Bar legen wir uns unter unsere pinken, mit Rüschen und Rosen verzierten Moskitonetze, die auch Jungs in Prinzessinnen verwandeln.

An den nächsten beiden Tagen laufen wir fünf Kilometer, die sich wegen der ungewohnten Hitze, wie ein halber Marathon anfühlen, über einen steinigen, staubigen Weg zur King’ori Secondary School, in der wir bereits von der ganzen Schulgemeinde erwartet wurden. Die Schüler stehen nach Klassenstufen sortiert in ihren Uniformen auf dem Innenhof und singen ihre Schulhymne. Uns wird das Schulgelände gezeigt, und wir nutzen die Möglichkeit, in verschiedenen Klassen Teil des Unterrichts zu sein.

Bei der Führung fällt uns die unfertige Mensa auf. Am nächsten Vormittag legen wir nach schwäbischer Sitte zusammen mit einigen Lehrern und Schülern und sogar dem Schulleiter, Mr. Mutungi, unter der stechenden Sonne Hand an. Das Projekt wird mit Spenden aus Gaildorf und Umgebung finanziert.

Gemeinsame Erinnerungen

Da für die insgesamt circa 30 Helfer anfangs nur drei Kellen zur Verfügung stehen, muss sich der Rest anderweitig beschäftigen.Wir lernen einige Wörter auf Suaheli und bringen unseren Austauschschülern einige schwäbische Redewendungen bei. Nach getaner Arbeit wird der übliche Reis mit Bohnen mit der nach­drücklichen Aufforderung „Eat, eat, eat“, serviert. Im Communitiy Knowledge Center, dem Gästehaus, angekommen, empfangen uns einige Austauschschüler des letzten Jahres, mit denen wir schon gemeinsame Erinnerungen austauschen können. Man kennt sich eben schon so lange.

Um die letzten Zutaten für unser schwäbisches Abendessen einzukaufen, besuchen wir den örtlichen Markt in King’ori, der zwei Tage die Woche geöffnet ist. Das weit zerstreute Dorf versammelt sich an diesen Tagen im Zentrum des Ortes, um die wöchentlichen Einkäufe zu tätigen. Die sonst leer wirkenden Gassen sind an diesen beiden Tagen durch die fröhlichen Farben der Klamotten und die afrikanische Musik wie zum Leben erweckt.

Nach den ersten drei Tagen freuen wir uns nun auf kommende Erlebnisse und Eindrücke. Wir danken den Spendern, der Bürgerstiftung Gaildorf, die uns diesen Austausch ermöglicht, und dem Pädagogischen Austauschdienst des Kultusministeriums PAD, der ihn unterstützt.

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