Auch wenn viele liebgewordene Traditionen der Advents- und Weihnachtszeit ausfallen müssen, so fällt Weihnachten doch nicht aus. Auch in diesem Jahr können wir uns an der guten Nachricht freuen, dass Gott selbst als Kind in die Welt gekommen ist, um uns den Weg zu seinem Vater zu zeigen.“ Dieser Satz steht auf einem Infoplakat, das am Eingang des Gschwender Krippenwegs hängt. Er beginnt beim Ortsteil Mühläcker­le und ist etwa zwei Kilometer lang. Damit die Besucher auf dem richtigen Pfad bleiben, sind Holzsterne an Bäumen aufgehängt.
Jutta Zimmermann hatte die Idee zum Krippenweg, die evangelische Kirche hat den Gedanken aufgegriffen. Der Forststützpunkt Hohenohl unterstützte das Vorhaben. Dazu kamen Privatpersonen, die kleine Weihnachtskrippen besitzen und zur Verfügung gestellt haben, während andere begonnen haben, selbst Krippen zu basteln. Auch die Kindergärten Brunnengässle und Buschberg sowie die Grundschule Gschwend haben sich eingebracht. Letztlich wurden, womit anfangs niemand gerechnet hat, rund 30 Ausstellungsobjekte entlang des Weges installiert und eine Art weihnachtliches Museum im Freien geschaffen.

Das Jesuskind fehlt

Pfarrer Jochen Baumann hat den Krippenweg am 1. Advent offiziell eröffnet. Die evangelische Kirchengemeinde hat auf dem Badseeparkplatz zu einem kurzen Gottesdienst eingeladen, der gut besucht war. „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“, intonierte der Posaunenchor zu Beginn. In seiner Predigt erzählte Baumann eine Geschichte, in der Kinder eines vermögenden Gutsbesitzers zu Weihnachten eine Krippe geschenkt bekommen. Allerdings fehlte das Jesuskind. Die Kinder schmerzte das Fehlen, aber der Vater hatte wichtige Geschäfte abzuschließen. Als sich dieser nachts im Wald verirrte und fast am Erfrieren war, sah er ein Licht. Es war der Krippenbauer, der das Fehlen des Jesuskindes bemerkt hatte und damit dem Vater das Leben rettete. „So erkannte der Vater, dass Jesus das Wichtigste an Weihnachten ist“, schloss Baumann seine Predigt.
Wer sich auf den Rundweg macht, der kann sich von der Vielfalt und Kreativität der einzelnen Szenen einen eigenen Eindruck verschaffen: beispielsweise kleine Tonfiguren, die in schützenden Sandsteinnischen des „Schillersteins“ aufgestellt sind, Miniaturfiguren im Einmachglas oder in einer Glaslaterne, Vogelhäuschen mit Krippenfiguren aus Kork oder Relieffiguren aus Holz oder Stahl. Interessierte können die sorgfältig gestalteten Szenen voraussichtlich bis zum 6. Januar auf dem Gschwender Krippenweg entdecken.