Katie Waibel-Bühler ist permanent auf Achse. Haus, Haushalt, Stall, Koppel, sieben Pferde, zwei Hunde, Katzen, Schildkröte, Hühner und Goldfische verlangen ihr schon viel ab. Hinzu kommen ihr Teilzeitjob als Lehrerin für Biologie, Physik und Chemie an der Grund- und Werkrealschule Oberrot und ihr Ehrenamt als Schriftführerin des Pferdezuchtvereins Schwäbischer Wald. Außerdem chauffiert sie Sohn Nicolai zu seinen Reitstunden auf dem Deschenhof in Ruppertshofen und zu Lehrgängen und Turnieren.

Die Allround-Powerfrau aus dem Gschwender Teilort Schlechtbach hat das gefunden, was ihr Leben erfüllt, und dazu noch eine weitere Seite an sich entdeckt: Sie kann sich in aller Seelenruhe in die Kunst vertiefen. Dann entstehen Bilder, Collagen, Skulpturen. Die Liebe zur Natur und den Pferden spiegelt sich auch in ihrem künstlerischen Schaffen wider.

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Schrozberg

Kati-Waibel-Bühler war schon immer eine passionierte Reiterin

Jede Menge Urkunden, Schleifen, Medaillen und Pokale zieren Wände und Ablagen im Hause Waibel-Bühler. Mit seinen elf Jahren ist Nico schon fleißiger Sammler der begehrten Ehrenzeichen und Trophäen. Den anderen Teil steuert die Mama bei. Den größten Pokal der Sammlung hat sie mit ihrer dreiköpfigen Familie und ihrer Warmblut-Pferdefamilie beim Gaildorfer Pferdemarkt geholt. Als erfolgreiche Züchterin und passionierte Reiterin ist sie regelmäßig dabei.

Die Liebe zu den Pferden kommt in ihrem Fall auch nicht von ungefähr. Das sei genetisch bedingt, erzählt sie. Ihr Großvater, Josef Stütz, sei Reit- und Fahrlehrer bei der Kavallerie gewesen. Pferdezucht, Springreiten, Dressur, das ist ihre Welt und Nico teilt mit ihr die Leidenschaft. Er sei kaum vom Pferd herunterzubekommen, sagt Katie Waibel-­Bühler, und selbst mit dem Malen eifere er ihr nach. Beide fiebern auch schon dem Gaildorfer Pferdemarkt am zweiten Montag im Februar entgegen.

Genauso wichtig aber sind der Züchterin und Reiterin ihre künstlerischen Ambitionen. Bestärkt durch den bisherigen Erfolg ist sie fest entschlossen, diesen Weg weiterzuverfolgen. Fürs Malen nehme sie sich Zeit, sagt sie, und wenn es nicht anders gehe, dann eben nachts. Ihr Repertoire reicht von Bleistiftzeichnungen über Acrylmalerei und Bilder in Spachtel- und Gießtechnik bis hin zu Skulpturen aller Art.

War sie früher darauf versessen, naturalistisch und detailgenau zu malen, so wendet sie sich mehr und mehr dem Expressionismus zu. Franz Marcs Trilogie „Blaue Pferde“ hat es ihr besonders angetan. Wenn sie in ähnlichem Stil malt, dann will sie das als Hommage an den großen Künstler verstanden wissen. Aktuell entsteht ein großformatiges Pferdeporträt, wobei sie zerstückelte Platanenrinde mosaikartig auf Leinwand klebt. Holz, Beton, Metall, Blattgold oder sonst was – auch auf dem Gebiet Skulpturen lebt sie ihre Kreativität und Experimentierfreude voll und ganz aus.

Neue Ausstellung im Februar


Katie Waibel-Bühler hat eigentlich schon immer gemalt. Erstmals öffentliche Beachtung fand sie mit einem Bild im Schwäbisch Haller Sonnenhof. Daraufhin wurde die Gaildorfer Sparkasse auf sie aufmerksam. Einer Ausstellung im Februar 2019 folgten weitere im Res­taurant Herrengass in Gschwend und in der Reihe „Kunst im Rathaus“ unter dem Titel „World and Horses in e-motion“ im November in Mutlangen. Die Ausstellung läuft noch bis Ende Januar. Von Februar bis Mai sind ihre Arbeiten ein weiteres Mal in der Gaildorfer Sparkasse zu sehen. In Aussicht steht zudem eine Ausstellung im „Theater im Sägewerk“, dem Zentrum für darstellende Kunst in Geislingen. hof