Die Roboter, sie sind da – in der Gaildorfer Parkschule. Keine – wie man vielleicht zunächst annehmen möchte und sie aus mancherlei Science-Fiction-Filmen kennt – auf zwei Beinen. Geländegängig auf Raupen rollen sie auf einem vorgegebenen Kurs durch das Klassenzimmer in der Grund- und Werkrealschule. Ein wenig Ähnlichkeit haben diese „makeblock mBot Ranger“ mit den ferngesteuerten Fahrzeugen, die es im Spielwarenhandel gibt – aber nur auf den ersten Blick. Es gibt keine Fernsteuerung. Die Fahrzeuge suchen sich ihren Weg nach Vorgaben. Die sind in einer Programmierung festgelegt. Und diese Programmierung haben die Schüler der Roboter-AG erstellt. Sie legen damit fest, was der Roboter tut und was er nicht tut.

Aufbaukurs in Klasse 7

Mit der Bildungsplanreform wurde 2016 das Fach Informatik in allen Schulen in Baden-Württemberg als sogenannter „Aufbaukurs Informatik“ für die Klasse 7 verpflichtend eingeführt. Als Wahlfach wird Informatik weiter vertiefend für die Klassenstufen 8 bis 10 angeboten.

„Auch im Technikunterricht fließt beim Thema Steuer- und Regeltechnik der Bereich Informatik ein“, erläutert Jörg Reichert. Er ist IT-Betreuer an der Parkschule und für diesen Fachbereich zuständig. „Ohne die Roboter ist für die Schüler die Problemstellung aber oft nur schwer zu erkennen.“

15 Schüler in der AG

Anders sei dies mit den Robotern. Die Arbeit mit den Geräten läuft an der Parkschule als Arbeitsgemeinschaft – oder eher bekannt als AG. Diese laufen jeweils über ein halbes Jahr. Die Schüler der Klassen 7 und 8 nehmen freiwillig an den AGs teil, 15 sind es seit Sommer in der Roboter-AG.

Möglich wurde dies durch das Engagement der Bürgerstiftung Gaildorf. Die hat die „makeblock mBot Ranger“ beschafft, insgesamt 16 Kisten zu einem Stückpreis von mehreren Hundert Euro. Die Boxen gab es schon zum Schuljahresbeginn. Diese Woche präsentierten die Schüler nun, was ihre programmier- und umbaubaren Roboter alles können – für die Programmierung werden die Tablets genutzt, die der Schule ebenfalls von der Bürgerstiftung spendiert wurden.

Kreis Göppingen

Für den Lehrer Jörg Reichert ermöglichen die Roboter ein projektartiges Arbeiten im Bereich Informationstechnik, das lösungsorientiert ist. Dazu kommt: „Die Schüler sind beim Bau der Roboter und deren Programmierung hoch motiviert“, hebt der IT-Betreuer hervor. Sie müssen beim Zusammenbau auch schrauben sowie löten, ehe die Tests anlaufen können. „Die Schüler sind mit großer Begeisterung dabei“, so Reichert – den das Engagement der Schüler sichtlich freut.

Es gibt nur wenige Schulen in weitem Umkreis, die einen Unterricht mit Robotern anbieten können. „Wir wollen damit in einem praktischen Unterricht den Schülern die Funktionsweise von IT-Systemen vermitteln. Und die Schüler sind mit Herzblut dabei“, so die Schulleiterin Elke Häußler. „Die Bürgerstiftung Gaildorf hat uns dies ermöglicht, wofür wir uns herzlich bedanken.“

Das Unterrichtsfach Informatik an den Schulen


2016 wurde die Bildungs­planreform Informatik für alle Schulen in Baden-Württemberg für alle 7. Klassen verpflichtend. Ein Aspekt ist die Schaffung von IT-Kompetenz. Eine Vertiefung ist in den Klassenstufen 8 bis 10 als Wahlfach vorgesehen.

Projektartiges Arbeiten ist erwünscht: Der Informatikunterricht bietet den Schülern handlungs- und problemorientierte Unterrichtssituationen, in denen sie erworbene Kompetenzen und erlerntes Wissen anwenden können.

Programmieren als Realisierung von Ideen in Software als schöpferischer und produktiver Prozess ist ein wesentlicher Bestandteil des Informatikunterrichts – so heißt es weiter in den „Leitgedanken zum Kompetenzerwerb“ des Landes.

Ziel des Informatikunterrichts ist es, dass Schüler ein Verständnis für Hintergründe, Mechanismen und Funktionsweisen von informatischen Systemen entwickeln – sehr wichtig dabei ist, ihre Funktionsweise zu verstehen. jjs