Eutendorf Großübung der Gaildorfer Feuerwehr in Eutendorf - Fokus auf Kommandostruktur

Eutendorf / HANS BUCHHOFER 10.04.2015
Was sich die beiden Kommandanten der Eutendorfer Wehr als Übungsszenario ausgedacht hatten, klang einfach. Am Ende aber stand eine Großübung, die den Feuerwehrleuten viel Einsatz abforderte.

Wie sich der Brand eines Containers neben einer Hauswand entwickeln kann, zeigten Jürgen Dahner und Ulf Schmidt auf: Die Flammen schlagen auf das Haus über, die danebenstehende Scheune gerät ebenfalls in Brand und eine zum Hof gehörende große Scheuer samt Viehstall muss vor Funkenflug geschützt werden.

Rettungsaktion mit Sicherheitsleitern und Drehleiter

Das Szenario ist geeignet, Feuerwehrleute auf Trab zu halten, auch wenn's nur der Übung dient. Allein der Brandfall fordert hohen Einsatz, an erster Stelle aber steht die Rettung von Menschen. Gut geübt werden konnte im Eutendorfer Billmerweg. Der gesamte Gebäudekomplex dort wird in Kürze abgerissen.

Nach der Alarmierung am Dienstagabend rückte die Eutendorfer Wehr in der vorgegebenen Einsatzzeit an. Atemschutzgeräteträger drangen in das Haus ein, aus dessen Fenstern dichter Rauch quoll. Da Süd- und Nordwand brannten, mussten sie durch ein Fenster eindringen, um zu erkunden, wie viele Personen sich in Gefahr befinden und gleichzeitig die ersten in Sicherheit bringen. Dafür wurden Sicherheitsleitern und die Drehleiter aus Gaildorf verwendet. Die beiden Wehren aus Gaildorf und Ottendorf wurden nachgefordert.

Auch eine Bergung mit der Drehleiter kann etwas dauern, wenn der Maschinist an der Drehleiter direkt in die tief stehende Sonne blicken muss. Lag zu Beginn der Übung die Einsatzleitung in Händen der Eutendorfer Wehr, so übernahm nun Stadtbrandmeister Stefan Dwornitzak das Kommando. Es zeigte sich, dass die Übung geeignet war, die Kommunikation der Einsatzleitung mit den Zug- und Gruppenführern zu optimieren. Denn bei fünf Einsatzfahrzeugen muss klar sein, wer dem Einsatzleiter die entsprechenden Hinweise gibt.

Die Abteilungen Gaildorf und Ottendorf übernahmen die Wasserversorgung und die Sammelstelle für die verletzen Personen am Marktbrunnen. Neben dem Hydranten konnten auch ehemalige Güllelöcher angezapft werden. So konnten die Feuerwehrleute eine Riegelstellung aufbauen, um die umliegenden Gebäude und die Scheune vor dem Funkenflug zu schützen.

Es war bereits die zweite Großübung in diesem Jahr. Acht Personen wurden "gerettet"; die Riegelstellung funktionierte. Und Eutendorfs Kommandant Jürgen Dahner, der alle Abläufe protokolliert hatte, war zufrieden. "Nach der gewohnten Chaosphase lief alles ordentlich!" Stadtbrandmeister Stefan Dwornitzak misst der Übung große Bedeutung zu. "Es wurde ersichtlich, wie wichtig die Kommandostrukturen bei einem Ernstfall sind, und das konnte diesmal besonders gut geübt werden."