In den evangelischen Gemeinden des Limpurger Landes beginnen am kommenden Sonntag, 17. Mai, wieder Gottesdienste in den Kirchen – unter strengen Sicherheitsauflagen. Die Verantwortlichen verstehen die Hygiene-Bestimmungen nicht als ärgerliche Auflagen von oben. Andreas Balko, Pressebeauftragter des Dekanats, betont: „Christenmenschen muss es ein elementares Bedürfnis sein, die Gesundheit der Mitmenschen wie auch die eigene zu schützen. Denn Gott hat uns das Leben als wertvolles und zu schützendes Gut anvertraut.“

Die Schutzvorkehrungen für Gottesdienste sind sehr hoch. Kontaktflächen wie Türgriffe und Gesangbuchablagen werden desinfiziert. Händedesinfektion steht bereit. Das Betreten der Kirche ist nur mit Mund- und Nasenbedeckung erlaubt. Die Besucher werden gebeten, diese auch während des Gottesdienstes aufzubehalten. Mit einem Mindestabstand von zwei Metern gehen die Kirchen freiwillig über die vom Land geforderten eineinhalb Meter hinaus. Die Emporen sind gesperrt. Gesangbücher dürfen nicht ausgegeben werden. Die Feiern sollen maximal eine gute halbe Stunde dauern. Ein Wermutstropfen wird für viele Gottesdienstbesucher sein, dass das Singen nicht erlaubt ist. Ebenso ist das Musizieren mit mehreren Blasinstrumenten tabu. Damit soll vermieden werden, dass durch Gesang und Schall Tröpfchen über den Mindestabstand hinaus verbreitet werden.

Fichtenberg

Durch die unterschiedlichen Größen der Gotteshäuser ergeben sich in den Gemeinden sehr unterschiedliche Zahlen möglicher Besucher. In der Gaildorfer Stadtkirche stehen bei Mitverwendung des Anbaus und des Chorraums über 50 Plätze zur Verfügung. Dagegen bietet die Dorfkirche in Oberrot nur maximal 15 Gottesdienstbesuchern Platz. Aufgrund dieser geringen Zahl hat sich der Kirchengemeinderat in Oberrot schweren Herzens als einzige Gemeinde im Bezirk für ein Anmeldeverfahren entschieden. Wer den Gottesdienst besuchen will, muss sich bis 11 Uhr am Vortag beim Pfarramt anmelden. Bei Bedarf wird ein zweiter Gottesdienst angeboten. Zwischen den Gottesdiensten werden die Kontaktflächen desinfiziert. Manche Gottesdienste, wie etwa an Christi Himmelfahrt oder Pfingstmontag, sollen auf dem Kirchplatz gefeiert werden. Dort steht etwas mehr Platz zur Verfügung. Sitzplätze gibt es hier aber nicht. Bei Regen fallen die Freiluftgottesdienste aus.
Wer einen Gottesdienst in Fichtenberg besuchen will, braucht dagegen eher nicht befürchten, keinen Einlass zu finden. Die großräumige Kilianskirche bietet bis zu 35 Plätze. Zudem verfügt die Kirchengemeinde über einen großen Gemeindehausgarten, in dem Gottesdienste unter freiem Himmel gefeiert werden können.
Maximal 30 Plätze können in der Kirche „Zu unserer Lieben Frauen“ in Münster genutzt werden. Gottesdienste werden voraussichtlich am ersten, dritten und fünften Sonntag im Monat angeboten.
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Abtsgmünd

Komplett im Freien

Die Kirchengemeinde Eutendorf-Ottendorf hat sich dafür entschieden, wegen der begrenzten Raumverhältnisse in den Kirchen die Gottesdienste komplett ins Freie zu verlagern. Sie finden „Unter den Linden“ an der Verbindungsstraße zwischen Ottendorf und Eutendorf statt. Die Gottesdienstbesucher werden gebeten, eine eigene Sitzgelegenheit mitzubringen. Bei Regen müssen auch dort die Gottesdienste ausfallen. Wer trotz Regen einen Gottesdienst besuchen will, kann dann etwa nach Gaildorf fahren.

Übertragung ins Gemeindehaus

Auch die relativ große Kirche in Gschwend bietet durch den Mindestabstand von zwei Metern nur für 37 Gläubige Platz. Deshalb wird das Gottesdienstgeschehen mit Ton und Bild auch ins Gemeindehaus übertragen, wo es weitere Sitzgelegenheiten gibt.

Im benachbarten Frickenhofen gibt es in der Kirche für rund 20 Besucher Platz. Auf eine Anmeldung zum Gottesdienst wird verzichtet. Die Gottesdienste im Grünen bei den Hohentannen können vorerst nicht stattfinden, da dieser Ort im Grünen für das Mindestabstandsgebot zu klein ist.
Die Michaelskirche in Sulzbach bietet trotz Mindestabstand etwa 40 Besuchern Platz und die Heerbergskirche in Laufen rund 30 Personen. In den beiden Kirchen wird sonntags nacheinander um 9 Uhr (Laufen) beziehungsweise 10 Uhr (Sulzbach) je ein Gottesdienst angeboten.