Gschwend Geschmacksverstärker fürs Lesen

Hörbe (Matthias Happach) schenkt seinem Freund Zwottel (Paulina Pawlik) zu Weihnachten ein Glas Preiselbeermarmelade. Das junge Publikum schaut dem Geschehen auf der Bilderhaus-Bühne begeistert zu.
Hörbe (Matthias Happach) schenkt seinem Freund Zwottel (Paulina Pawlik) zu Weihnachten ein Glas Preiselbeermarmelade. Das junge Publikum schaut dem Geschehen auf der Bilderhaus-Bühne begeistert zu. © Foto: Rainer Kollmer
Gschwend / Rainer Kollmer 04.12.2018
Die Wundertüte des Kinderprogramms beim 32. Gschwender Musikwinter ist wieder prall gefüllt. Fast 150 Kinder sind von Hörbe und seinem Freund Zwottel begeistert.

Die „Junge Württembergische Landesbühne Esslingen“ versteht ihr Handwerk. Die kleine, aber feine Abteilung „Lesekiste“ nimmt sich immer wieder Büchern an und bringt sie auf die Bühne. „Bei Hörbe und sein Freund Zwottel“ von Otfried Preußler haben sich einfallsreiche Dramaturgen darangemacht, eine aufregende Bühnenfassung für zwei Schauspieler und eine flexible Kulisse zu schaffen.

Paulina Pawlik (Zwottel) und Matthias Happach (Hörbe) wirbeln als Zottelschratz aus den Worlitzer Wäldern und Hutzelmann vom Giebelwald liebenswert auf der Gschwender Bilderhaus-Bühne herum, während der Veranstaltungstechniker Frank Andree als Universalmanager im Hintergrund arbeitet.

Jörg Sipple begrüßt bei den beiden Vormittagsveranstaltungen die Gäste und ermuntert sie zum Ohrenspitzen. Es sind Grundschüler aus Fornsbach, Unterrot und Gschwend, die dem Ereignis begeistert entgegenfiebern. Kurz darauf bringt Hutträger Hörbe seinen neuen Freund Zwottel mit nach Hause. Der Zottelschratz hat Nachholbedarf bei der Verwendung von Besteck und Geschirr und spürt immer unbändigen Hunger. Außerdem schnarcht er lautstark. Zum Glück schnarcht Zwottel den zugefrorenen Ofen frei. Die Nachbarn wie „Humpel-Kai“ und „Nörgel-Sepp“ helfen den beiden Freunden in der kalten Jahreszeit. Sie sammeln Vorräte für sie. Und „Wurzel-Dietrich“ hilft bei einer Erkältung. Freundschaft und Zusammenhalt sind unverbrüchlich. Deshalb überreicht Hörbe zum Schluss seinem Freund zu Weihnachten ein Glas Preiselbeermarmelade.

Die beiden Darsteller sind in der Inszenierung gut platziert. Ausdrucksstark und mit viel Abwechslung erzeugen sie innerhalb von 45 Minuten keinerlei Langeweile. Pantomimisches ist mit lautmalenden Geräuschen unterlegt. Der Sprachfluss wirkt ungekünstelt. Er ist mit unverstellten Stimmen an das fantastische Geschehen angeglichen. Frank Andree kann den Eindruck bestätigen, dass bewusst auf einen Dialog mit dem Publikum verzichtet wird. „Auf diese Weise würden die Figuren ihre Rolle verlassen. Das wollen wir nicht.“

Dem Theater-Trio ist die Nähe zum Publikum wichtig. Nach ein bis zwei Jahren verlassen die jungen Schauspieler wieder das kleine Ensemble, das mit seiner Erfahrung eine gute Startrampe ins Theaterleben darstellt. Andree ist schon länger dabei.

Überaus kreativ

Auch die Kulissen hat er selbst entworfen, gebaut und aufgebaut. Er freut sich immer, wenn die Kinder vor Begeisterung johlen und eifrig bei der Sache sind. Schließlich soll mit der Tournee der jungen Landesbühne das Lesen schmackhaft gemacht werden. Allein 21 Kinderbücher hat Otfried Preußler geschrieben. Eine spannende Lesereise der Grundschüler kann nach dem Gschwender „Hörbe“ sicher beginnen.

Das könnte dich auch interessieren:

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel