Auch in Zeiten von Corona muss Lokalpolitik gemacht werden. Zwölf Gemeinderäte und drei Rathausmitarbeiter von Sulzbach-Laufen trafen sich am Montag in der Stephan-Keck-Halle. Ein Projekt, das starten soll, ist die Erschließung des Wohngebietes „Auf dem Bergle“. Es soll auf dem alten BKT-Areal entstehen. Die Gemeinde hatte es im Vorjahr gekauft. Bis Mitte/Ende Mai werden dort von der Heilbronner Firma SER die alten Gebäude abgerissen, informierte Bürgermeister Markus Bock.

In Kooperation mit Kreisplanungsamt und Verbandsbauamt entstanden zwei Varianten von Bebauungsplänen, über welche die Gemeinderäte abstimmten. Variante 1 sieht unter anderem eine Sackgasse vor. Das ist nachteilig für Müllabfuhr und Räumdienst, aber es gibt dort weniger Straßenfläche, eine einfachere Entwässerung durch Nutzung des Gefälles und kürzere Kanalstrecken. Geplante Kosten: 865.000 Euro.

Die Gemeinderäte entschieden sich für die Variante 2. Hier ist eine Ringstraße geplant. Die äußeren Bauplätze werden durch die Kettelhalde, die Eichelbergstraße und die Verlängerung der Feldäckerstraße erschlossen. Durch das Baugebiet verläuft eine Verbindung von der Eichelbergstraße in die Kettelhalde. Der Kanal unter dieser Straße wird erneuert, da er einen zu geringen Durchmesser hat. Vorläufige Kosten gemäß Plan: 1.015.000 Euro.

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Crailsheim

Weiterhin beschlossen die Sitzungsteilnehmer eine umfassende Sanierung der Küche in der Stephan-Keck-Halle. Auch das Mobiliar und das technische Inventar sollen ersetzt werden. Gesamtkosten: rund 100.000 Euro.

„Um die Summe zu verkleinern, können wir Mobiliar und Technik auch später austauschen, aber wegen der neuen Fliesen und der Wasserleitung muss beides erst mal raus“, erklärte Bock. Trotz der hohen Summe fiel die Zustimmung mehrheitlich aus. „Wir haben die ganze Halle so toll umgebaut, dabei Nägel mit Köpfen gemacht. Daher bin ich jetzt auch für das Komplettpaket“, sagte Gemeinderat Christian Nübel. Und Willi Wild ergänzte: „Es ist ja kein Luxus, den wir uns leisten. Die Halle wird gut genutzt und wir investieren in die Zukunft.“

Gemeinderatsmitglied Wolfgang Fahr richtete an den Bürgermeister die Frage, ob es Projekte gebe, die durch unerwartet hohe Ausgaben infolge der Corona-Krise auf der Kippe stünden. Bock antwortete, dass es vielleicht das „Sondergebiet Bauhof“ sein könnte. Im November 2019 hatte der Gemeinderat es beschlossen. Kosten: rund drei Millionen Euro, vom Land sind schon 250.000 Euro Fördergeld zugesagt.

„Wir müssen beim Bauhof dringend was machen, haben schon sieben Jahre Planung investiert, die Förderungsgelder sind zugesagt“, sagte Markus Bock. „Wenn wir krisenbedingt gezwungen sind, können wir das Projekt noch mal um ein oder zwei Jahre schieben, aber ich hoffe, dass es nicht so kommen wird.“

Zur Lage in Sulzbach-Laufen informierte er: „Die Zahl der Corona-Infizierten liegt bei uns, Gott sei Dank, auf niedrigem Niveau. Ich danke allen, die helfen, die Situation erträglich zu machen, sich einsetzen, spontan Hilfe leisten. Bis zum 30. April bleibt unser Rathaus zu. Dringendes erledigen wir natürlich.“ Zur Öffnung von Hallen und Spielplätzen könne er noch nichts sagen. Und vermutlich würden die Mai- und Juni-Sitzungen des Gemeinderats wieder in der Keck-Halle stattfinden.