Naturstromspeicher Gelbe Baustellen-Trucks für den Endspurt gerüstet

Blick auf das im Bau befindliche Unterbecken des Naturstromspeichers zwischen Gaildorf und Unterrot.
Blick auf das im Bau befindliche Unterbecken des Naturstromspeichers zwischen Gaildorf und Unterrot. © Foto: Clemens Weller
Gaildorf / Klaus Michael Oßwald 11.05.2018

Wenn alles glatt läuft, kann das im Bau befindliche Unterbecken zwischen Gaildorf und Unterrot, wichtiger Bestandteil des Energieprojekts Naturstromspeicher, im letzten Quartal dieses Jahres, spätestens im Januar geflutet werden. Tausende von Tonnen Aushub müssen bis dahin noch abgefahren werden. Bauleiter Johannes Kaltner erläuterte am Mittwochabend dem Technischen Ausschuss des Gemeinderats die wichtigsten Details.

Waschanlage im Einsatz

Zuvor hatte Bürgermeister Frank Zimmermann an den Ärger während der ersten Bauphase im vergangenen Jahr erinnert: Verschmutzte und verschlammte Straßen, dreckige Autos, Staub – entstanden beim Abtransport von bislang rund 56 000 Kubikmeter Material in Richtung Deponie bei Obersontheim. Nun steht, wie Bauleiter Kaltner versicherte, eine Reifenwaschanlage bereit, die bei Regen eingesetzt werde.

Was in jüngster Zeit an Erdaushub weggekarrt wurde, sei nun nicht mehr nach Obersontheim, sondern nach Übrigshausen geliefert worden. Dort, im Nordosten des Untermünkheimer Teil­orts, werde derzeit eine ehemalige Lehmabbaugrube aus der Zeit um 1700 aufgefüllt, die bislang das Regenwasser aufgefangen habe. Etwa 19 000 Kubikmeter seien bereits eingebaut. Nun sei das Projekt vorläufig gestoppt: Gemeinsam mit Landratsamt und Gemeinde werde ein Konzept erörtert, um zu vermeiden, dass Niederschlagswasser seinen Weg in den Ort sucht. Das soll durch eine entsprechende Geländemodellierung verhindert werden.

Am kommenden Montag wird also laut Kaltner vorerst nur auf der Gaildorfer Baustelle entlang der Bundesstraße 298 gearbeitet. Dann müssen etwa 115 000 Kubikmeter Material bewegt werden, um den Rand des Unterbeckens zu modellieren bzw. profilieren. Die noch sichtbaren Kassetten und die Baustraßen werden später verschwinden – bevor der See gefüllt wird. Derzeit werde an der mittleren Kassette gearbeitet. Mit dem Ergebnis: „Wir sind trocken, das Konzept mit der Dichtwanne funktioniert“, erläuterte Kaltner den Stand der Dinge.

Wann nun die restlichen 18 000 Kubikmeter Aushub nach Übrigshausen transportiert werden, ist noch offen. Kaltner geht davon aus, dass diese Phase in wenigen Wochen beginnen kann. Dann werde man etwa sechs Wochen benötigen, um die letzten Transporte abzuwickeln. Dazu hat die Naturspeicher GmbH das Logistik-Unternehmen Schmitt in Peterslahr beauftragt. Dessen 16 gelbe Trucks schaffen bis zu 1000 Kubikmeter pro Tag.

Was wiederum entlang der „heimlichen Umgehungsstraße“ für Unmut sorgt: CDU-Stadtrat Rainer Baumann berichtete in der Sitzung von Beschwerden einiger Bürger im Bereich Garten-, Kerner- und Seestraße, die sich durch die schweren Brummis belästigt fühlten. In einem Fall sei ihm berichtet worden, dass durch die tonnenschweren Transporter „die Gläser in der Vitrine vibrieren.“ Baumann riet zu Überlegungen, ob eventuell per Tonnage-Beschränkung der Schwerlastverkehr nicht doch über Marktplatzkreuzung und Bahnhofstraße gelenkt werden könnte.

Nun hoffen alle Beteiligten, dass die Transporte in Richtung Übrigshausen bald wieder rollen werden. Das könnte, schätzt Kaltner, in acht Wochen der Fall sein.

Kein Aushub nach Unterrot

Diese Zuversicht wollte denn auch CDU-Stadtrat Dirk Walz genauer erläutert wissen, Der Zeitraum von acht Wochen, räumte Bauleiter Kaltner ein, sei sicher eine optimistische Annahme. Dennoch: In Übrigshausen gehe es nicht um die Menge an Material, das in der Grube eingebaut werde, die Bürger der Ortschaft wollten vielmehr, dass das Ganze so modelliert werde, damit Überflutungen ausgeschlossen werden können.

Eine Verwendung des Aushubs im Industriegebiet in Unterrot, wie es ursprünglich angedacht war, ist kein Thema mehr: „Das hat sich erledigt“, berichtete Johannes Kaltner auf Anfrage von SPD-Stadtrat Martin Frey.

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