GEISTLICHE BESINNUNG · ZUR FUSSBALL-EUROPAMEISTERSCHAFT: "Ich glaube an den lieben Gott und nicht an Zufälle"

SWP 09.06.2012

Liebe Leserin, lieber Leser der Rundschau! "Der Sport ist die kürzeste Brücke zwischen den Menschen!" Das sagte vor wenigen Tagen der israelische Botschafter in Berlin, Yakov Hadas-Handelsman, in einem Interview aus Anlass des Fußballländerspiels Deutschland gegen Israel. Der Satz beinhaltet eine tiefe Wahrheit, wenn es in den Fußballstadien fröhlich, friedlich und fair zugeht. Dass es aber auch Ausschreitungen gibt, hat das Relegationsspiel zwischen Düsseldorf und Berlin, leider wieder zu Tage gebracht.

Nun steht die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine vor der Tür. Viele Millionen Fans fiebern den Spielen ihrer Nationalmannschaft leidenschaftlich entgegen. Stadien wurden gebaut, Infrastrukturen wurden geschaffen.

Was können sich Fußballfans überschäumend freuen, wenn ihre Mannschaft den Sieg davongetragen hat! Wildfremde Menschen liegen sich oftmals in den Armen und jubeln über das gewonnene Spiel. Da kann man sich nur mitfreuen. Zur gleichen Stunde sind Spieler und Fans, der Mannschaft, die verloren hat, oft tief traurig. Immer wieder fließen auch Tränen.

Im Sport liegen Freude und Leid ganz nahe beieinander. Als am 19. Mai Bayern München das Champions-League-Finale im eigenen Stadion im Elfmeterschießen verloren hat, brachen für unzählige Bayernfans alle Hoffnungen wie ein Kartenhaus zusammen. Zuerst fehlten nur zwei Minuten und wenig später zwei verschossene Elfmeter. Es sollte nicht sein. Aus! Vorbei!

Die Enttäuschung war grenzenlos. Knapp daneben ist auch vorbei! Verpasste Gelegenheiten kann man nicht mehr rückgängig machen. Versäumten Chancen kann man nur noch nachtrauern. Ärger darüber, Frust oder gar Wut bringen Verdruss und können Krisen heraufbeschwören.

Jürgen Klopp, der Erfolgs-Trainer von Borussia Dortmund, bekannte von sich: "Für mich ist der Glaube an Gott wie ein Fixstern, der immer da ist. Ein treuer Begleiter, der dir oft genau dann Kraft schenkt, wenn du gar nicht mehr damit rechnest!" Seine Mutter habe jeden Abend mit ihm gebetet, heute würde er dies am Ende eines Tages immer mit seiner Frau Ulla tun. Und Klopp weiter: "Grundsätzlich gibt es in meinem Leben unglaublich viele Gründe, mich im Minutentakt bei Gott zu bedanken. Ich würde einfach jedem wünschen, dass er diese Erkenntnis auch hat."

Der junge Schalker Nationalspieler Lewis Holtby hat in einem Interview gesagt: "Ich glaube an den lieben Gott und nicht an Zufälle!" Ein anderes Mal sagte er: "Ich habe einmal einen geliebten Menschen verloren, dadurch habe ich noch intensiver zu Gott gefunden. Er hat mir Kraft gegeben, das zu überstehen, das vergesse ich ihm nie. Durch Lügen habe ich mir früher leider einiges kaputt gemacht, aber Gott hat mich wieder in die Spur gebracht."

Liebe Leserin, lieber Leser der Rundschau, als Otto Rehhagel, der jahrzehntelange Trainer, nach dem Fiasko seiner Berliner Mannschaft - Abstieg aus der ersten Bundesliga - gefragt wurde: "Ist für Sie persönlich jetzt endgültig Schluss?" - antwortete er mit seinen 73 Jahren: "Das gibt es für mich nicht. Erst wenn der liebe Gott sagt: Otto, das wars, dann ist für mich Schluss." Welch ein Kämpfer, noch im Alter, dieser Rehhagel. Vorbildlich!

Paulus, der große Völkerapostel, hat das Leben mit Sportlern verglichen. Er sagte: "Wisst ihr nicht, dass die, die in der Kampfbahn laufen, die laufen alle, aber nur einer (nur eine Mannschaft) empfängt den Siegespreis? Jeder aber, der kämpft, enthält sich aller Dinge. Jene nun, damit sie einen vergänglichen Kranz empfangen, wir aber einen unvergänglichen!" (1.Kor.9,24+25) Am Ziel seines Lebens konnte er sagen: "Ich habe den guten Kampf gekämpft . . . ich habe Glauben gehalten. Hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit!" (2.Tim.4,7+8) Dass wir am Ziel unseres Lebens diese Zuversicht haben und ebenso gewiss sein können, das wünsche ich von Herzen den Fußballfans der Rundschau und allen ihren Lesern.

Ihr Friedemann Hägele

Sulzbach-Laufen