Markus Binder, Kommunalberater der Württembergischen Gemeinde-Versicherung (WGV), war deutlich: „Wenn Sie auch nur einen Schaden haben, haben sich die Kosten der Versicherung schon bezahlt gemacht.“ Bereits für knapp 4000 Euro, so der Experte, lassen sich „Virenbaukästen“ im Internet bestellen. Ein falscher Klick – und schnell sind gemeindeeigene Rechner infiziert oder gar als „Geiseln“ genommen, die nur per Lösegeld wieder freizukaufen sind. Besonders perfide: Immer wieder verstecken sich sogenannte Trojaner in Online-Bewerbungen auf reale Stellenausschreibungen. Das bestätigte auch Bürgermeister Bock: „Wir erhalten pro Woche zwei, drei Fake-E-Mails. Aber ich bin mir nicht sicher, ob wir alle rausfiltern können.“

Die Schwachstelle ist der Mensch

Dazu kommt, so Binder, der Schwachpunkt Mensch. Auch wenn es hundertmal per Dienstanweisung untersagt ist, wird doch schnell der private USB-Stick genutzt oder eine Präsentation von einem guten Bekannten hochgeladen – mit teils fatalen Folgen. Dabei ist für die Versicherung unerheblich, ob Mitarbeiter aus Versehen Daten löschen oder zugänglich machen ober ob mit Absicht Daten gelöscht oder manipuliert werden – von innen wie von außen.

Auch wenn zum Beispiel Daten von Bürgern entwendet werden und diese Schadenersatzansprüche gegenüber der Gemeinde geltend machen, springe die Versicherung ein. 1000 Euro Selbstbehalt seien zu bezahlen. Ein Schaden, so Binder, könne aber schnell mal in die Millionen gehen. Damit die Gemeinde wieder umgehend online erreichbar ist, zahle die Versicherung im Schadensfall auch die nötigen Kosten dafür. Versichert seien dabei nicht nur die Rechner im Rathaus, sondern auch die in Schule, Kindergarten und zum Beispiel in Wasserwerk oder Kläranlage – laut Binder ein bevorzugtes Ziel von Hackerangriffen. Vor dem Abschluss einer solchen Versicherung, so Gemeinderat Christoph Ulmer, müsse erst einmal die Gemeinde aktiv werden. „Es gibt böse Hacker, aber auch gute. Warum lassen wir nicht einen von den guten einen Angriff starten und schauen, wie weit er kommt? Dann wissen wir, was wir schützen müssen.“ Sabine Mertzlufft unterstützte diesen Vorschlag: „Wir brauchen einen Sachverständigen, der da genau hinschaut.“

Auf Vorschlag von Bürgermeister Markus Bock entschieden sich die Räte von Sulzbach-Laufen einstimmig, beides anzugehen und für 1213,80 Euro eine entsprechende Versicherung bei der WGV abzuschließen. Ein Sachverständiger soll sich zudem anschauen, was die Gemeinde in Sachen Sicherheit im Netz noch tun kann. Entsprechende Angebote holt der Schultes bis zur nächsten Sitzung ein. „Und, machen wir dann einen Hackerangriff?“, wollte Christoph Ulmer wissen. „Das liegt an Ihnen“, so Bürgermeister Bock. „Wenn das 500 Euro kostet – kein Problem. Wenn es erheblich teurer ist, müssen Sie das entscheiden.“

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