Gaildorf Gaildorfs Traum von der Gartenschau ist geplatzt

Bürgermeister Zimmermann erläutert der Gartenschau-Kommission während einer Floßfahrt die Pläne. Auch wenn die Stadt nun nicht zum Zug kommt: Die Gartenschau-Idee ist nicht, wie man das Bild deuten könnte, „den Bach hinunter“.
Bürgermeister Zimmermann erläutert der Gartenschau-Kommission während einer Floßfahrt die Pläne. Auch wenn die Stadt nun nicht zum Zug kommt: Die Gartenschau-Idee ist nicht, wie man das Bild deuten könnte, „den Bach hinunter“. © Foto: Klaus Michael Oßwald
Gaildorf / Klaus Michael Oßwald 04.07.2018
Gaildorf hat sich für die Jahre 2027 oder 2029 um eine kleine Gartenschau beworben. Nun hat der Ministerrat gesprochen: Bad Urach und Vaihingen/Enz kommen zum Zug. Die Stadt kann sich aber im kommenden Jahr für den Zeitraum ab 2031 bewerben.

Bitter ist die Nachricht, die am Dienstagnachmittag im Rathaus einging: Gaildorfs Bewerbung um ein sogenanntes Grünprojekt – auch kleine Gartenschau genannt – für 2027 oder 2029 kommt nicht zum Tragen. Stattdessen hat der Ministerrat in Stuttgart den Städten Bad Urach und Vaihingen/Enz den Zuschlag erteilt.

Damit sind die Gartenschauträume im Zentrum des Limpurger Landes geplatzt – zumindest, was den Zeitraum bis 2029 anbelangt. Denn bereits im kommenden Jahr werden die Karten neu gemischt: Dann können in einer neuen Vergaberunde Anträge für die drei Gartenschauen 2031, 2033 und 2035 gestellt werden.

Enttäuscht zeigte sich Bürgermeister Frank Zimmermann von der Ministerrats-Entscheidung: „Es ist bedauerlich, dass der stadtplanerische Entwurf eines Lebens am Kocher für 2027 und 2029 durch den Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann nicht berücksichtigt wurde“, erklärte er in einer ersten Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung. Zimmermann ist jedoch nicht geneigt, die Flinte ins Korn zu werfen. Im Gegenteil: Bis zu den nach 2029 anstehenden Gartenschauen werde aller Voraussicht nach die Umgehungsstraße fertig und befahrbar sein – und dann stehe einer Gartenschau nichts mehr im Weg.

Obwohl mit dem Votum der Gartenschau-Kommission – die sich am 25. April in Gaildorf umgeschaut hat – und des Ministerrats keine Begründung für die Ablehnung ausgesprochen wurde: Beobachter sehen im durch das Regierungspräsidium (RP) formulierten Zeitplan zur Realisierung einer Ortsumfahrung den Knackpunkt. Die beabsichtigte Fertigstellung im Jahr 2027 wird nicht nur als äußerst „sportlich“, sondern auch als „riskant“ gewertet. Würde sich nämlich der Bau der Verkehrsentlastung verzögern, hätte dies negative Auswirkungen auf eine Gartenschau.

Nun will Rathauschef Zimmermann „alles daran setzen, dass die vom Regierungspräsidium gemachten Zusagen eingehalten werden, damit Gaildorf wieder eine lebenswerte Stadtmitte ohne Durchgangsverkehr erhält“. Und er denkt dabei schon an die Zeit ab 2031.

Die Gewinner und die vorläufigen Verlierer

Landesgartenschau
Zuschlag: 2026 Ellwangen, 2028 Rottweil, 2030 Ulm.
Nicht berücksichtigt: Bad Mergentheim, Ludwigsburg, Rottenburg, Schramberg, Tuttlingen.

Gartenschau (Grünprojekt)
Zuschlag: 2027 Bad Urach, 2029 Vaihingen/Enz.
Nicht berücksichtigt: Altensteig, Engen, Gaildorf, Sulz am Neckar

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