Hans Keit, Fraktionsvorsitzender der SPD im Gaildorfer Gemeinderat, ist nach wie vor stinksauer auf das Haller Diak, das den Betrieb des hiesigen Krankenhauses zur Jahresmitte einstellen will. Und er ist ungeduldig: In der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses konfrontierte er die Verwaltung mit einem ganzen Bündel von Fragen, auf die der Landkreis, dem das Gebäude gehört, und das Diak noch Antworten schuldig sei - Ende Februar zugesagt von Landrat Gerhard Bauer und Diak-Vorstandschef Hans-Joachim Lenke.

Bürgermeister Ulrich Bartenbach will nachhaken - etwa hinsichtlich den von SPD-Rätin Margarete Nagel-John angesprochenen Wartezeiten in der Haller Diak-Ambulanz, von vielen Patienten als unzumutbar lang erachtet. Keit interessiert auch, was mit der Einrichtung des Gaildorfer Krankenhauses geschieht, die das Diak dem Vernehmen nach für einen symbolischen Euro vom Kreis übernommen haben soll (wir haben berichtet): "Wird das Ganze für einen Euro wieder zurückgegeben?" Sollte dies nicht der Fall sein und das Diak bediene sich der Geräteausstattung für seine Haller Klinik - "ist dann das leere Gebäude für einen späteren Nutzer nicht uninteressant?" Diesen Sachverhalt möchte SPD-Rat Martin Frey geklärt wissen. Und auch das: Was geschehe mit den in den vergangenen Jahren gespendeten medizinischen Geräten?

In besagter Ratssitzung im Februar war immer wieder die Forderung laut geworden, das Ganze zurückzuverlangen. CDU-Fraktionschef Rainer Baumann, den die angekündigte Klinik-Schließung ebenso bewegt, mahnte hier allerdings zu Besonnenheit: Die Eigentumsverhältnisse seien eindeutig. Sicher, "man kanns fordern, aber wir sollten auf dem Boden bleiben!" Er warnte davor, das Thema in populistischer Manier zu diskutieren.

Bekannt ist, wie Bürgermeister Bartenbach berichtete, dass das Landratsamt in diesen Tagen für den Verkauf der Gaildorfer Einrichtung ein Exposé erarbeite sowie den Wert von Gebäude und Grundstück schätzen lassen wolle. Grundstücksangelegenheiten seien zwar grundsätzlich nicht öffentlich zu erörtern. Die Behörde wolle jedoch, so Bartenbach, in Kürze die Öffentlichkeit über den Stand der Dinge informieren. Was mit der Klinik-Einrichtung geschehe, sei indes nicht bekannt. Er gehe aber davon aus, dass das Haus, wie angekündigt, bis 30. Juni betrieben werde und so lange auch die Ausstattung benötigt werde.

Die Stadtverwaltung will, wie Bartenbach bereits gegenüber Landrat Bauer und Diak-Chef Lenke betonte, die in den vergangenen Jahren geleisteten Investitionskostenzuschüsse, um die Abschreibungen bereinigt, zurückfordern.