Angelika Meixner kann sich nicht über zu wenig Arbeit beklagen. Die Leiterin der Haller VHS-Außenstelle in Gaildorf hatte mit den behördlichen Verordnungen in der zweiten Märzhälfte alle Hände voll zu tun, um Kursabsagen zu managen. Bis zunächst zum 20. April mussten alle Kurse stillgelegt werden. Es soll aber versucht werden, ausgefallene Kurstage nachzuholen. Was nicht nachgeholt werden könne, würde den Kursteilnehmern wieder ausbezahlt, hält Angelika Meixner fest.

Manche Dozenten versuchen, Kurse über Videoverbindungen weiterlaufen zu lassen wie etwa beim Zumba. Viele Kursteilnehmer machen beim Ausweichen auf ein digitales Angebot nicht mit. Sie hätten ja, so Meixner, gerade deswegen an Kursen mitmachen wollen, um mit anderen Menschen zusammenzukommen.

Bei einzelnen Vorträgen auch jetzt im April müsste sehr kurzfristig entschieden werden. Aber die Veranstaltungsbesucher und Kursteilnehmer seien insgesamt sehr verständnisvoll, hat die Außenstellenleiterin feststellen können. Manche wollten nicht einmal ihre Kursgebühr wieder zurück.

Planungen für den Herbst

Beim Blick in die Zukunft muss sich die Leiterin im Wahrsagen versuchen: „Viel hängt von den Schulen ab. Denn wenn die nicht für den Unterricht geöffnet werden, bleiben auch die Sporthallen zu.“ Sie und die Dozenten hoffen, dass es vielleicht schon gegen Ende April weitergehen kann. Sie selbst müsse sich schon den Planungen für den Herbst widmen. Denn im Mai muss das neue Programm fertig sein.

Auch bei der Reihe der Schlosskonzerte im Wurmbrandsaal hat sie einige bereits verschieben können. So wird der Tanzabend mit dem Sänger und Gitarristen Steven Taylor am 2. Oktober angeboten. Das Duo „Jailhouse Classics“ wird am 13. März 2021 zu hören sein und das Trio Violanjo, das am 9. Mai gespielt hätte, wird nächstes Jahr am 8. Mai zu erleben sein.

Beim Duo „Nachhall“ wisse sie noch nicht, ob das Konzert am 20. Juni schon stattfinden kann. Und ob die Konzerte im Herbst auch so über die Bühne gehen werden wie geplant, könne man ebenfalls noch nicht sagen.

Mit solch einer Pandemie hätte man Anfang des Jahres hier nie gerechnet und kommt sich deshalb vor wie im falschen Film“, sagt Meixner. „Das betrifft dann auch das Familienleben, wenn man seine Kinder und Enkelkinder wie auch die eigenen Eltern nicht sehen und treffen kann. Das Telefonieren kann das nur halbwegs ersetzen.“

Sie und ihr Mann versuchen, sich mit Spaziergängen und Gartenarbeit abzulenken. Das wirklich große Problem sei, dass man derzeit nicht sehe, wann die Situation sich ändern werde. „Danach wird dann vieles anders weitergehen, weil man nun erkannt hat: Es ist nicht alles selbstverständlich.“